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Papst Franziskus bei seiner "fliegenden Pressekonferenz" auf dem Rückflug nach Rom nach seiner Mexikoreise.

Zika-Virus

Papst Franziskus: Besser verhüten als abtreiben

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Rom - Papst Franziskus hat künstliche Verhütungsmittel nicht mehr strikt ausgeschlossen, wenn es um eine Bedrohung wie das Zika-Virus geht.

Papst Franziskus hält vor dem Hintergrund der Zika-Epidemie in Mittel- und Südamerika Verhütung ausnahmsweise für vertretbar. Nach Methoden im Kampf gegen den Erreger befragt stellte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag klar, dass Abtreibung "kein kleineres Übel, sondern ein Verbrechen" sei. Eine "Schwangerschaft zu verhindern" sei hingegen kein "absolutes Übel".

Franziskus äußerte sich vor Journalisten auf dem Rückflug von Mexiko. Auch dort gibt es dutzende Zika-Fälle. Vor allem grassiert das Virus derzeit aber in Brasilien und Kolumbien. Es gilt als gefährlich für Schwangere, da sie das Virus auf ihr Ungeborenes übertragen können. Der Erreger steht im Verdacht, bei den Babys Mikrozephalie auszulösen, eine gefährliche Fehlbildung des Kopfes.

Franziskus erinnerte nun vor mitreisenden Reportern an Papst Paul VI., der von 1963 bis 1978 katholisches Kirchenoberhaupt war. Er hatte damals Frauen im Kongo Verhütungsmittel erlaubt, weil sie Opfer von Vergewaltigungen durch Soldaten geworden waren. Das "Übel", eine Schwangerschaft zu verhindern, dürfe nicht mit dem einer Abtreibung gleichgesetzt werden, bei der "ein Mensch getötet wird", sagte Franziskus.

In vielen der von dem Zika-Virus betroffenen Ländern ist Abtreibung verboten und Verhütung wird streng diskutiert. Die kolumbianische Regierung hatte im Januar Frauen mit Kinderwunsch geraten, in den kommenden Monaten auf gewollte Schwangerschaften zu verzichten..

Papst Benedikt XVI. gestattete Kondome gegen Krankheiten

Papst Benedikt XVI. erlaubte bereits eine eingeschränkte Verwendung von Kondomen in „berechtigten Ausnahmefällen“ erlaubt. Dies gelte etwa für männliche Prostituierte, wenn es darum gehe, die Ansteckungsgefahr mit Aids zu verringern. HierkönnederEinsatz von Kondomen „ein erster Schritt auf dem Weg hin zu einer menschlicheren Sexualität“ sein. Allerdings seien Kondome natürlich keine „wirkliche und moralische Lösung“. So äußerte sich der Vorgänger von Papst Franziskus Ende 2010 im Interview-Buch Licht der Welt – Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit" des Münchner Journalisten Peter Seewald. 

Benedikt sagte damals: "Es mag begründete Einzelfälle geben, wenn etwa ein Prostituierter ein Kondom verwendet, und dies kann ein erster Schritt hin zu einer Moralisierung sein, ein erstes Stück Verantwortung, um erneut das Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles erlaubt ist und man nicht alles tun kann, was man will. (...) Der einzig sichere Weg, eine HIV-Infektion zu vermeiden, ist Abstinenz und eheliche Treue. (...) Sich auf Kondome zu konzentrieren, heißt, die Sexualität zu banalisieren. Diese Banalisierung ist genau die gefährliche Ursache für viele Personen, dieSexualitätnichtmehr als Ausdruck ihrer Liebe zu sehen, sondern nur noch als eine Art Droge, die sie sich selbst verabreichen."

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