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Papst Franziskus geht offensiv gegen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche vor.

Kommission eingerichtet

Papst kämpft gegen Kindesmissbrauch

Rom - Nach dem Missbrauchsskandal will Papst Franziskus seinen Kampf gegen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche mit einer neuen Kommission ausweiten.

Das Gremium soll neue Fälle verhindern sowie Kinder und Opfer schützen. Der Pontifex beschloss die Einrichtung der Kommission nach einem Vorschlag seines Beratergremiums, wie der Vatikan am Donnerstag in Rom mitteilte. Das neue Gremium soll das Oberhaupt der katholischen Kirche im Engagement gegen Missbrauch beraten und unterstützen. Neben der Weiterbildung von Priestern sollen Opfer und deren Familien besser betreut werden.

Die katholische Kirche war im Jahr 2010 von einem Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erschüttert worden. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Fälle von Missbrauch durch Kirchenvertreter in mehreren Ländern bekannt. Franziskus Vorgänger Papst Benedikt XVI. hatte das Thema eher zurückhaltend behandelt. Ihm war mehrmals vorgeworfen worden, sich nicht schnell genug um eine Aufklärung zu bemüht zu haben.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Die Liste der konkreten Anforderungen ist lang. „Die Erstellung von Leitlinien zum Kinderschutz, um Missbrauch vorzubeugen“, sei eine der Hauptaufgaben, sagte Kardinal Patrick O'Malley, der Erzbischof von Boston in Rom. Es gehe ferner darum, neue Initiativen und Programme auf den Weg zu bringen, Verhaltensregeln zu erarbeiten, über Fälle von Missbrauch zu informieren sowie bestehende Gesetze zu überarbeiten.

Die Gründung der Kommission geht auf einen Vorschlag des Kardinalsrates zurück, dessen acht Mitglieder seit Dienstag im Vatikan getagt hatte. Die Geistlichen, unter ihnen auch der deutsche Kardinal Reinhard Marx, sollen Franziskus bei der Reform der Kurie und Veränderungen in der Kirche unterstützen. Die Einrichtung der neuen Kinderschutz-Kommission ist nun der erste konkrete Vorschlag des Gremiums, den der Papst umsetzt.

Über die Zusammensetzung der neuen Kommission soll nach Angaben O'Malleys in den kommenden Tagen entschieden werden. Dann werde der Papst selbst in einem gesonderten Dokument über die Einzelheiten des Gremiums informieren. Franziskus hatte bereits zu Beginn seines Pontifikats im April angekündigt, entschlossen gegen Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche vorgehen zu wollen.

dpa

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