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Papst Franziskus

Papst: "Tratsch verdirbt die Menschen"

Vatikanstadt – Als Unsitte hat Papst Franziskus Klatsch und Tratsch verurteilt. Beim traditionellen Weihnachtsempfang im Vatikan kritisierte er Geschwätzigkeit an der Kurie.

„Der Tratsch verdirbt die Menschen, beeinträchtigt die Arbeitsqualität und schadet dem Betriebsklima“, sagte er. Gefordert sei von den Kurienmitarbeitern eine „Verweigerung aus Gewissensgründen gegenüber dem Tratsch“.

Franziskus stellte klar, wie er sich die Kurie vorstellt: Dass Professionalität, eine Dienst-Mentalität und „Heiligkeit des Lebens“ Voraussetzungen für die Mitarbeit an der Nahtstelle zwischen Weltkirche und Ortskirche sein müssten. Wenn Professionalität fehle, rutsche man in den Bereich der Mittelmäßigkeit ab, die Akten würden dann zu „klischeehaften Informationen und zu Mitteilungen ohne eine lebendige Kraft“. Wenn der Dienstcharakter zu kurz komme, drohe die Kurie wie ein schwerfälliges Zollamt zu werden, eine bürokratische Kontrolleinrichtung, in der kein Platz für das Wirken des Heiligen Geistes bleibe. Insgesamt dankte der Papst aber seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz, ihre Sorgfalt und ihren Fleiß. Bekanntlich strebt Franziskus eine umfassende Kurienreform an, bei der ihn ein Gremium aus acht Kardinälen unterstützt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, sieht durch den Papst grundlegende Veränderungen in der Kirche angestoßen. Es gehe um eine Erneuerung, die man in manchen Gesichtspunkten auch „revolutionär“ nenne könnte, sagte er gestern im Deutschlandfunk. Franziskus habe neuen Schwung in die Kirche gebracht. Als Beispiel nannte er die Diskussion über die Sexualmoral der Kirche. Hier habe Franziskus von der „Hierarchie der Wahrheiten“ gesprochen. Es sei falsch gewesen, wenn in der Vergangenheit oft „zu sehr die Moral verkündet worden“ sei, anstatt „das Geschenk des Glaubens“ an die erste Stelle zu setzen. Die Kirche müsse überprüfen, welche Elemente der Moralvorstellungen zum „unveränderlichen Teil der Lehre“ zählten und wo es Veränderungen geben könne.

mm

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