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Parteien bilden vor Irak-Wahlen Bündnisse

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- Bagdad/Erbil - Der Chef der irakischen Übergangsregierung, Ijad Allawi, hat sich vor seinem Deutschlandbesuch an diesem Donnerstag bemüht, Zweifel an der demokratischen Zukunft seines Landes zu zerstreuen. Die Tatsache, dass sich trotz der großen Gefahren weiterhin Freiwillige für den Dienst in Polizei und Armee meldeten, zeige, dass die Iraker die Bemühungen seiner Regierung unterstützten, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Zugleich lobte er in dem vorab in Auszügen verbreiteten Interview das deutsche Engagement bei der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. Die Bundesregierung hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bisher 430 irakische Polizisten ausgebildet, seit dem 21. November läuft dort außerdem ein Fortbildungskurs für Soldaten.
Die irakische Wahlkommission verlängerte wegen der Gewalttaten von Aufständischen in Al-Anbar, Salaheddin und Mossul unterdessen die Frist für die Registrierung von Parteien und Wahlbündnissen in den drei Provinzen. Der Sprecher des Gremiums, Farid Ajar, sagte in Bagdad, in diesen Provinzen könnten sich Parteien noch bis zum kommenden Wochenende anmelden. Die einmonatige Anmeldefrist war offiziell am Dienstag zu Ende gegangen. Es wird befürchtet, dass in diesen drei Provinzen viele Iraker die ersten landesweiten Parlamentswahlen boykottieren werden. Bisher haben sich landesweit 180 Parteien registrieren lassen.

Der irakische Übergangspräsident Ghasi al-Jawar gab am Mittwoch die Gründung eines eigenen Wahlbündnisses namens "Irakijun" (deutsch: Iraker) bekannt. Dessen oberstes Ziel werde es sein, die Einheit des Landes zu bewahren, sagte er in Bagdad. Die Vorsitzenden der beiden wichtigsten Kurdenparteien, Massud Barsani und Dschalal Talabani, unterzeichneten am Mittwoch in der Nähe der nordirakischen Stadt Erbil eine Vereinbarung zur Gründung einer gemeinsamen Wahlliste.

Eine Mörsergranate tötete in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba in der Nacht zum Mittwoch drei Kinder. Wer hinter der Attacke steckt, war zunächst unklar. Aufständische töteten in Bakuba zudem am Morgen einen 24 Jahre alten irakischen Zivilisten, als sie eine US-Militärpatrouille angriffen. Bei einem Autobombenanschlag gegen Zivilisten, die für die US-Armee arbeiten, wurde auf der Straße zum Flughafen Bagdad laut Augenzeugen ein Mensch getötet. 

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