+
Laut einer Befragung scheint der Nichtraucherschutz in Deutschland mangelhaft zu sein. Foto: Oliver Berg

Studie zu Nichtraucherschutz

Passivrauchen: Viele Menschen am Arbeitsplatz betroffen

Rauchen wird an immer mehr Orten verboten. Doch am Arbeitsplatz herrscht immer noch oft dicke Luft. Eine Studie hat überraschende Ergebnisse.

Mailand (dpa) - Trotz vielfacher Rauchverbote sind Nichtraucher laut einer Studie am Arbeitsplatz häufig Tabakrauch ausgesetzt. In Deutschland war die Zahl der betroffenen Menschen im Jahr 2014 sogar höher als noch fünf Jahre zuvor - obwohl das öffentliche Rauchen stark eingeschränkt wurde.

Dies zeigte eine EU-weite Studie des Imperial College in London, die am Wochenende anlässlich des European Respiratory Society International Congress in Mailand vorgestellt wurde.

Demnach waren in Deutschland 2009 noch 14,8 Prozent der Studienteilnehmer bei der Arbeit vom Passivrauchen betroffen. 2014 waren es über 20 Prozent. Warum es zu dieser Zunahme kam, konnten die Wissenschaftler nicht beantworten. Sie vermuten, dass der geltende Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz nicht ausreichend sei. In Deutschland muss der Arbeitgeber laut Arbeitsstättenverordnung dafür sorgen, dass Nichtraucher am Arbeitsplatz vor Tabakrauch geschützt sind.

Deutschland liegt damit unter dem Durchschnitt der EU, wo 2014 insgesamt 27,5 Prozent aller Befragten bei der Arbeit Tabakrauch einatmeten. 2009 waren es 23,8 Prozent.

Die Umfrage bezog sich auf Arbeit in geschlossenen Räumen. Die Wissenschaftler hatten etwa 55 000 Menschen innerhalb der EU befragt; die Hälfte von ihnen im Jahr 2009, die andere 2014. Ein Sprecher des Imperial College bezeichnete es als "beunruhigend, dass die Anzahl an Arbeitern, die in Büros, Geschäften und Fabriken Passivrauch ausgesetzt sind, deutlich zunimmt."

Derweil ging laut der Studie die Zahl an Passivrauchern in Restaurants und Bars überall zurück.

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum sterben in der Bundesrepublik jedes Jahr fast 3000 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. Demnach führt regelmäßiges Einatmen von Rauch zu Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Atemwegserkrankungen.

Gesundheitsrisiken des Passivrauchens Deutsches Krebsforschungszentrum

Kongress in Mailand

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Polizei stoppt Lkw auf Autobahn - trauriger Verdacht bestätigt sich!
Immer wieder Lkw! Die Polizei hat einen Laster aus dem Verkehr gezogen, dessen Ladung höchst abenteuerlich war.
Polizei stoppt Lkw auf Autobahn - trauriger Verdacht bestätigt sich!
Polizisten öffnen Sprinter - und trauen ihren Augen kaum
Beamte des Regionalen Verkehrsdienstes Gießen führten am 12. März eine Kontrolle von Kleintransportern durch. Bei der Kontrolle eines Sprinters machten sie eine …
Polizisten öffnen Sprinter - und trauen ihren Augen kaum
Drei Tote bei Attacke in Utrecht - mutmaßlicher Schütze nach Flucht festgenommen
In Utrecht wurden mehrere Menschen durch Schüsse getötet, außerdem gibt es zahlreiche Verletzte. Nach intensiver Fahndung nimmt die Polizei den mutmaßlichen Schützen …
Drei Tote bei Attacke in Utrecht - mutmaßlicher Schütze nach Flucht festgenommen
Neunjähriger verschenkt Bargeld an Nachbarn - Polizei schockiert, woher er das Geld hat
Ein Neunjähriger verschenkt das Geld seiner Eltern auf Straße - Ein Detail schockiert die Beamten. 
Neunjähriger verschenkt Bargeld an Nachbarn - Polizei schockiert, woher er das Geld hat

Kommentare