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Die Oasenstadt Kashgar im der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang

Blutiges Wochenende: 19 Tote in Xinjiang

Peking - Die Zahl der Toten des blutigen Wochenendes in der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang ist auf 19 gestiegen. 40 Menschen wurden verletzt.

Nach der zweiten Messerattacke am Sonntag in der Oasenstadt Kashgar sprachen die chinesischen Behörden von einem “vorsätzlich geplanten Terroranschlag“. Die Polizei habe fünf “Verdächtige“ erschossen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete. Fünf Angreifer seien festgenommen worden.

Eine Gruppe “bewaffneter Terroristen“ habe ein Restaurant gestürmt und den Besitzer und einen Gast getötet, schrieb die Staatsagentur. Das Restaurant hätten sie in Brand gesetzt. Auf ihrem weiteren Weg hätten sie Passanten wahllos niedergestochen, vier von ihnen getötet und weitere zwölf verletzt. Unter den Verletzten seien drei Polizisten. Der Zwischenfall passierte nur einen Tag nach einer ähnlichen Messerattacke auf einem Markt in Kashgar. Dabei hätten zwei “Aufrührer“ sieben Menschen getötet. Passanten hätten einen der Angreifer getötet.

Geschäftsleute leben in Angst

Nach den beiden Vorfällen hat die Polizei scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen und Straßensperren eingerichtet. Verängstigte Menschen seien aus der Innenstadt geflüchtet. Andere hätten sich aus Angst vor weiteren Attacken mit Schlagstöcken bewaffnet, berichtete Xinhua. Geschäfte hätten geschlossen und ihre Metallrollläden heruntergelassen. “Nach zwei gewalttätigen Attacken innerhalb von nur 24 Stunden habe ich wirklich Angst“, zitierte Xinhua einen chinesischen Geschäftsmann aus der Nachbarprovinz Gansu.

Konfliktherd Xinjiang

Die Staatsagentur enthüllte nicht die Identität der Angreifer, erwähnte aber, dass Xinjiang die Heimat der Minderheit der Uiguren sei. Ein Sprecher des in München ansässigen Weltkongresses der Uiguren sah als Ursache der Gewalt die “Unterdrückung der Uiguren“ durch die Chinesen. Xinjiang gilt wegen der Spannungen zwischen dem muslimischen Turkvolk und den Chinesen als Konfliktherd. Vor zwei Jahren waren bei schweren Ausschreitungen rund 200 Menschen ums Leben gekommen.

Viele Uiguren fühlen sich von den Chinesen benachteiligt und unterdrückt. China hatte sich die Region nach der Gründung der Volksrepublik 1949 einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen separatistische Bestrebungen und Terrorismus vor. Erst vor zwei Wochen hatte die Polizei 14 “Aufrührer“ erschossen, die in Hotan eine Polizeistation gestürmt und vier Menschen getötet hatten. Exiluiguren hatten damals von einer vorausgegangenen Demonstration berichtet.

dpa

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