Verdacht auch bei Eismann und Real

Pferdefleisch in Edeka-Lasagne gefunden

Hamburg - Der Skandal weitet sich immer mehr aus: Auch die Einzelhandelskette Edeka ist bei der Suche nach Pferdefleisch in Fertiggerichten fündig geworden.

In dem Tiefkühl-Produkt „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“ seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher am Donnerstag in Hamburg. Der Artikel sei bereits am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, nachdem der Lieferant eine mögliche Beimischung von Pferdefleisch nicht habe ausschließen können. Der Anteil liege bei einem bis fünf Prozent.

Edeka habe zahlreiche weitere Produkte überprüft, bislang jedoch ohne Ergebnis, sagte der Sprecher. Für die Verbraucher habe zu keinem Zeitpunkt ein gesundheitliches Risiko bestanden. Der Edeka-Verbund stehe in engem Austausch mit seinen Lieferanten sowie den zuständigen Überwachungsbehörden, um sie bei der Aufklärung der Ursachen für diesen Vorfall zu unterstützen.

„Der Handel verfügt bereits heute über hohe Standards in der Qualitätssicherung“, sagte der Sprecher. Edeka begrüße aber die aktuellen Vorschläge der Politik, die Qualitätskontrollen insbesondere in der fleischverarbeitenden Industrie künftig weiter zu intensivieren. Edeka werde seine eigenen Standardanalysen erweitern.

Verdacht auch bei Eismann und Real

Zuvor ist in Baden-Württemberg eine verdächtige Tiefkühl-Lasagne der Firma Eismann aus dem Handel genommen worden. Das teilte das Verbraucherministerium in Stuttgart am Donnerstag mit. Ob in der Lasagne tatsächlich falsch deklariertes Pferdefleisch enthalten ist, werde derzeit untersucht. Ergebnisse sollen spätestens Anfang der kommenden Woche vorliegen. Das von dem Unternehmen vertriebene Produkt kam laut Ministerium über Nordrhein-Westfalen in den Südwesten.

Die Supermarktkette Real hatte am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen, nachdem bei Stichproben Anteile von Pferdefleisch entdeckt worden waren. Neben Eismann überprüfen auch andere Firmen wie Kaiser's Tengelmann, Rewe und Edeka verdächtige Produkte.

Lebensmittelskandale in Deutschland

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Niedersachsen verschärft Kontrollen

Die Lebensmittelbehörden in Niedersachsen haben ihre Kontrollen verschärft. Fertiggerichte mit Hackfleisch würden besonders unter die Lupe genommen, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag in Oldenburg. Mit Ergebnissen werde aber erst nächste Woche gerechnet. Bei einer zuvor unabhängig vom aktuellen Skandal organisierten Kontrolle von Fertiggerichten wurden keine Auffälligkeiten entdeckt, wie die Sprecherin sagte.

Politiker entsetzt

Auf den Fund von falsch deklarierter Pferdefleisch-Lasagne im deutschen Handel haben Politiker mit Empörung reagiert. „Man könnte fast sagen: Es ist eine echte Sauerei“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“.

Indes haben Experten in dem in Frankreich aufgetauchten Pferdefleisch ein Schmerzmittel nachgewiesen, das für Menschen schädlich ist.

dpa

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Rubriklistenbild: © dpa

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