Österreich, Kroatien, Italien

Pfingsturlaub und seine Corona-Tücken: Welche Regeln Sie für welches Ziel beachten müssen

  • VonStefan Reich
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Pünktlich zu Pfingsten tun sich innerhalb Europas neue Möglichkeiten zum Reisen auf. Für die Einreise im Urlaubsland und bei der Rückkehr nach Deutschland gibt es allerdings zahlreiche Vorschriften

Wer zu Pfingsten eine Reise plant, sollte sich bei der Vorbereitung mehrere Fragen stellen: Welche Corona*-Regeln zu Ein- und Durchreise gelten im Urlaubsland und den Ländern, die auf der Reiseroute liegen? Darf ich dort überhaupt einreisen? Brauche ich gegebenenfalls bestimmte Nachweise? Und welche Regeln gelten bei der Rückkehr nach Deutschland?

Urlaub im Ausland ist derzeit praktisch nicht möglich, ohne sich mit den Details der Einreise-Verordnung des Bundes und den Regeln der Urlaubsländer zu befassen. „Gründliche Vorbereitung ist dieses Jahr noch wichtiger als sonst“, sagt Miriam Hördegen, Tourismusexpertin beim ADAC Südbayern.

Pfingsturlaub und Corona-Regeln: Was Sie jetzt in Österreich, Kroatien, Italien beachten müssen

Grundsätzlich gibt es drei Kategorien von Ländern und Regionen mit besonderen Regeln zur Rückreise nach Deutschland: Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete. Hauptkriterium für die offizielle Einstufung ist die Inzidenz vor Ort, es können aber auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Die aktuell gültigen Einstufungen sind auf der Internetseite des Robert-KochInstitutes zu finden.

Besondere Regeln zur Einreise nach Deutschland gelten für Menschen, die sich irgendwann innerhalb der vorangegangenen zehn Tage in Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten aufgehalten haben. Maßgeblich ist die Einstufung des Reiselandes am Tag der Rückkehr. Der Status kann sich also während des Urlaubs ändern. Dann kann plötzlich eine Quarantäne fällig werden, im Extremfall zwei Wochen ohne Chance auf ein Freitesten. Eine Quarantänepflicht gilt zunächst grundsätzlich bei Rückkehr aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten. Doch es gibt Ausnahmen. 

Pfingsturlaub & Corona: Das gilt für Risikogebiete

Als Risikogebiet gelten vor allem Länder mit einer 7-Tage-Inzidenz* zwischen 50 und 100. Wer dorthin reist, muss die Einreise bei Rückkehr vorab anmelden über das Portal www.einreiseanmeldung.de. Den Nachweis über die Anmeldung muss man bei Einreise vorzeigen können. Von dieser Anmeldepflicht sind Reiserückkehrer ausgenommen, die durch ein Risikogebiet lediglich durchgereist sind und dort keinen Zwischenaufenthalt hatten. Ausgenommen von der zehntägigen Quarantäne nach Urlaub in Risikogebieten sind vollständig Geimpfte, Genesene und Personen mit negativem Corona-Test*. Der Test kann schon im Urlaubsland gemacht werden. Ein PCR-Test darf dabei bei Einreise maximal 72 Stunden alt sein, ein Antigen-Schnelltest maximal 48 Stunden. Der Testnachweis ist mit der Einreiseanmeldung zu übermitteln. Bei Einreise per Flugzeug muss der Test (oder der Impfoder Genesungsnachweis) schon beim Einsteigen vorliegen. „Die Testmöglichkeiten an den meisten Urlaubszielen sind gut“, sagt ADAC-Expertin Hördegen. 

Corona-Regeln im Pfingsturlaub: Hochinzidenzgebiete

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkommt, muss nicht in Quarantäne bei vorhandener vollständiger Impfung oder Genesung. Für alle anderen Rückkehrer ist Freitesten aus der Quarantäne nach fünf Tagen möglich. Bei reiner Durchreise durch Hochinzidenzgebiete gilt diese Quarantänepflicht nicht.

Corona & Pfingsturlaub: Regeln für Virusvariantengebiete

Als Virusvariantengebiete werden Länder eingestuft, in denen die indische, südafrikanische oder brasilianische Corona-Variante* vermehrt auftauchen. Wer als Urlauber aus so einem Gebiet zurückkommt, muss auf jeden Fall für 14 Tage in Quarantäne. Freitesten ist nicht möglich. Dennoch ist die Einreise nur mit negativem Testnachweis überhaupt erlaubt. Hier gilt: ein PCR-Test darf 48 Stunden alt sein, ein Schnelltest höchstens 24 Stunden. Wer in Variantengebieten positiv getestet wird, darf unter Umständen erst nach Quarantäne nach Deutschland zurück.

Derzeit gilt kein europäisches Land als Variantengebiet. Eine kurzfristige Hochstufung wäre aber theoretisch möglich. Wer nach einer Pfingstreise im Notfall nicht zwei Wochen von zuhause aus arbeiten kann, sollte dieses Risiko zumindest bedenken.

Pfingsturlaub während Corona: Österreich-Reisen - das gilt

In vielen klassischen Urlaubsländern der Deutschen gelten ebenfalls Einreiseregeln. „Für Urlaub in Österreich gilt: Man muss geimpft, genesen oder getestet sein“, sagt ADAC-Experin Hördegen. „Zudem ist eine vorab auszufüllende Einreiseanmeldung nötig.“ Das wird auch kontrolliert. Am Grenzübergang Walserberg habe es am vergangenen Wochenende Wartezeiten von einer Stunde gegeben, sagt ADAC-Verkehrsreferent Alexander Kreipl.

Wer nur durch Österreich durchreisen will, braucht das alles nicht, muss aber glaubhaft machen, dass das Reiseziel nicht in Österreich liegt, etwa durch eine Buchungsbestätigung des Hotels. Das Anhalten etwa für Tankstopps ist geduldet, eigentlich aber nicht erlaubt.

Urlaub in Italien, Spanien und Griechenland: Das sind die Regeln

Auch Italien verlangt eine Einreiseanmeldung. Diese findet man etwa über die Internetseite des ADAC. Sie ist für alle Mitreisenden auszufüllen. Für alle Reisenden, die älter als zwei Jahre sind, ist ein aktueller negativer Test nötig, alternativ ein Impf- oder Genesungsnachweis. Vorschriften gibt es in Italien auch zur Zahl der Personen in einem Auto. Die Insassen dürfen aus maximal drei Haushalten stammen. Spanien und Griechenland verlangen ebenfalls einen Negativ-Test oder einen Impfnachweis.

„Solche Regeln ändern sich aber je nach Land derzeit immer wieder“, sagt Hördegen. „Es ist nicht gesagt, dass heute gültige Regeln am Pfingstwochenende noch gelten.“

Türkei, Kroatien, Frankreich: Pfingsturlaub in Corona-Zeiten

Derzeit sind die meisten Reiseziele in Europa als Risikogebiet ausgewiesen, so auch alle deutschen Nachbarländer. Frankreich und die Niederlande sind sogar Hochinzidenzgebiete, ebenso wie weitere beliebte Reiseländer: Slowenien, Kroatien, die Türkei oder Schweden. Zu den Zielen ohne Einreisebeschränkung bei Rückkehr gehören Portugal (ohne Madeira und die Azoren) oder die spanischen Inseln. Ein Test- oder Impfnachweis ist bei der Rückreise beispielsweise von Mallorca dennoch nötig, weil man sonst nicht ins Flugzeug kommt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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