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Der Mann war mit der Pflege seiner Frau überfordert gewesen 

Pflegebedürftige Ehefrau getötet - Haft

Heidelberg - Ein Fall, der betroffen macht: Ein 85-Jähriger erschießt seine demente Frau, weil er am Ende seiner Kräfte ist. Das Urteil fällt eher milde aus.

Für die tödlichen Schüsse auf seine pflegebedürftige Frau hat das Landgericht Heidelberg einen 85-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kammer erkannte am Freitag auf Totschlag in einem minderschweren Fall. Der Richter machte in der Urteilsbegründung klar, dass man einen anderen Menschen nie umbringen dürfe - auch wenn die Umstände noch so tragisch seien.

Der 85-Jährige aus Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) war nach eigenen Worten mit der Pflege der demenzkranken Frau zunehmend überfordert und hatte keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Im September 2012 hatte er zunächst die schlafende 84-Jährige erschossen. Anschließend hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen.

In dem Verfahren hatten alle Beteiligten die tragischen Umstände der Tat betont. Der Mann hatte seine Frau zuvor aufopferungsvoll gepflegt. Diese war nachts oft ruhelos durch das gemeinsame Haus gewandert und hatte es häufig auch nicht mehr rechtzeitig zur Toilette geschafft. Hilfe von außen hatte das Paar abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert. Der Verteidiger hatte sich für eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von einem Jahr und neun Monaten ausgesprochen. Ein Gutachter hatte bei dem 85-Jährigen eine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt, die unter anderem auf die Folgen eines Schlaganfalls zurückzuführen sei.

Ob der Mann tatsächlich ins Gefängnis muss, ist noch offen. Der Richter machte deutlich, dass es die Möglichkeit eines Gnadengesuchs gebe, das dem gesundheitlich angeschlagenen 85-Jährigen letztlich ein Leben hinter Gittern ersparen könnte.

dpa

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