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Millionen von Pilgern haben zum Auftakt des Pilgerfest im Ganges gebadet.

Trotz Warnung vor "Abwasserkanal"

Millionen-Bad im heiligen Fluss

Neu Delhi - Mit einem Bad im Ganges haben zu Millionen Hindus das weltweit größte Pilgerfest begonnen. Doch Umweltschützer warnen, denn der Fluss gleicht einem Abwasserkanal.

Zur „Kumbh Mela“ (Fest des Nektarkrugs) erwarten die Organisatoren in den kommenden zwei Monaten insgesamt 88 Millionen Gläubige.

Die Pilger waschen sich in der Nähe des Ortes Allahabad im Norden Indiens am Zusammenfluss von Ganges, Yamuna und dem nur in der Mythologie existierenden Strom Saraswati, um sich von Sünden zu reinigen und sich aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien. Das Festival findet reihum in vier Städten statt - das bedeutendste ist alle zwölf Jahre in Allahabad.

Bilder vom Gruppenbad im Ganges

Millionen Hindus baden im Ganges

Umweltschützer machten allerdings darauf aufmerksam, dass das Wasser des Ganges wie das aller Flüsse in Indiens Norden sehr verschmutzt sei und rieten von einem Bad ab. „Um es einfach zu sagen: Kein Fluss hier ist ein Fluss, das sind alles Abwasserkanäle“, sagte der Forscher Anil Prakash Joshi.

Große Mengen an Fäkalien und Industrieabwässer würden in den Strom geleitet, berichtete die Zeitung „Times of India“. Verschlimmert werde die Situation dadurch, dass in diesem Jahr besonders wenig Wasser im Ganges sei. Am Zusammenfluss der drei Ströme, Sangam genannt, sei das Wasser nur knietief. Die Behörden hätten zwar die Schleusen der Dämme weiter flussaufwärts geöffnet, doch leiteten Farmer viel davon für die Bewässerung ihrer Felder ab.

Mehr als 12 000 Polizisten sollen in diesem Jahr für den Schutz der Pilger sorgen. In den Zeltstätten entlang des Flusses haben die Organisatoren auch 30 Feuerwehrstationen errichtet sowie 80 000 Trinkwasserstellen und 22 000 Straßenlaternen aufgebaut. Außerdem sollen 18 temporäre Brücken die Gläubigen und Touristen über den breiten Fluss tragen.

Beim Festival - das wahrscheinlich alle bisherigen Größenrekorde brechen wird - werden auch zahlreiche Prominente erwartet, unter ihnen die Hollywood-Schauspielerin Catherine Zeta Jones. Immer wieder kommt es bei der Kumbh Mela auch zu Gedränge und Massenaufläufen. 1954 starben bei einer Panik mehr als 500 Menschen. Während des Festivals im Jahr 2003 kamen in Nashik 41 Menschen um.

Im hinduistischen Mythos steht die Kumbh Mela in Verbindung mit dem Kampf zwischen Göttern und Dämonen. Sie fochten um einen Topf (Kumbh) mit Nektar, der unsterblich macht. Tropfen des Elixiers fielen dabei an vier Orte: Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik, wo das Fest jeweils reihum im Abstand von drei Jahren stattfindet.

dpa

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