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ARCHIV - Einer der beiden Flugschreiber des Airbus 330 Air France AF 447, aufgenommen am 02.05.2011 in Paris.

Pilot bei Todesflug AF 447 nicht im Cockpit

Berlin - Aus Ermittlerkreisen sind nach Angaben des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel“ Details vom Flugschreiber der vor zwei Jahren abgestürzten Air-France-Maschine bekanntgeworden.

Demnach sei Pilot Marc Dubois nicht im Cockpit gewesen, als das Unglück seinen Lauf nahm. Auf den Aufnahmen jedenfalls soll zu hören sein, wie der 58-Jährige ins Cockpit stürzt. “Er hat den beiden Kopiloten noch Anweisungen zugerufen, um den Flieger zu retten“, zitiert das Magazin einen Experten aus dem Umfeld der Ermittlungen.

Bislang war man davon ausgegangen, dass die Crew von Flug AF 447 ihre Maschine direkt in ein Unwettergebiet gelenkt hatte. Doch die Flugbahn, aufgezeichnet in der Black Box, zeige, wie die Besatzung versucht habe, einen möglichst glimpflichen Weg durch die Gewitterfront zu wählen. Eiskristalle aus diesem Unwettergebiet verstopften den Informationen des Spiegels“ zufolge dann aber die Geschwindigkeitsmesser.

Bilder: Air-France-Flug 447 wird vermisst

“Der Datenschreiber verzeichnet kurz nach dem Ausfall der Geschwindigkeitsanzeigen ein steiles Hochziehen der Maschine“, sagte ein Experte dem Blatt. Das könnte einen Strömungsabriss und damit den Absturz verursacht haben. Ob der Pilot dafür verantwortlich war oder ob die Steuerungscomputer des Airbus eingegriffen haben, sei unklar. Der Hersteller Airbus wollte sich laut “Spiegel“ unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht dazu äußern.

Die Rätsel um die Air-France-Katastrophe vor rund zwei Jahren sollen Ende Juni gelöst werden. Dann könne mit den Ergebnissen der Auswertung der Flugschreiber gerechnet werden, hatte der französische Verkehrsstaatssekretär, Thierry Mariani, gesagt. Nach ersten Informationen gibt es keine Hinweise auf technische Mängel am Flugzeug. Das hatte Airbus seinen Kunden bereits mitgeteilt.

Bei dem Absturz am Pfingstmontag 2009 kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche. Klar ist bis heute nur, dass es auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab. Die Flugschreiber des abgestürzten Airbus waren Anfang April auf dem Grund des Atlantik entdeckt worden. Ihre Daten werden derzeit in Frankreich ausgewertet.

dpa

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