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Holocaust-Leugner Richard Williamson von der Piusbruderschaft

Piusbruder Williamson beauftragt Neonazi-Anwalt

Hamburg/Regensburg - Der Holocaust-Leugner Richard Williamson von der Piusbruderschaft soll für das Berufungsverfahren wegen Volksverhetzung einen rechtsextremen Anwalt engagiert haben.

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Prozess gegen Pius-Bischof Williamson droht zu platzen

Wolfram Nahrath war laut Vorabbericht des Nachrichtenmagazins “Spiegel“ vom Samstag letzter “Bundesführer“ der 1994 verbotenen Wiking-Jugend und ist heute NPD-Mitglied. Einst habe er ein Praktikum beim inzwischen gestorbenen Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger absolviert.

Die um Aussöhnung mit dem Vatikan bemühte Piusbruderschaft droht dem umstrittenen britischen Bischof nun mit Rauswurf. Der Generalobere der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, forderte Williamson auf, die Entscheidung zurückzunehmen und sich nicht durch politische Thesen instrumentalisieren zu lassen, die absolut nichts mit seiner Aufgabe als katholischer Bischof im Dienst der Bruderschaft zu tun hätten. “Sollte er diesem Befehl nicht gehorchen, muss er mit dem Ausschluss aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. rechnen“, hieß es in einer Mitteilung der Bruderschaft.

Williamson wurde dem “Spiegel“ zufolge ferner aufgefordert, seine Berufung vor Gericht zurückzuziehen und das Urteil vom Frühjahr zu akzeptieren.

Williamsons bisheriger Verteidiger Matthias Loßmann und sein Mandant hatten sich kürzlich getrennt. “Es ist in beidseitigem Einverständnis geschehen“, sagte Loßmann. Sein Nachfolger beantragte dem Magazin zufolge vergangene Woche in Regensburg eine Verschiebung der für Ende November terminierten Verhandlung, um sich in die Akten einlesen zu können.

Der britische Bischof Williamson war im April vom Amtsgericht Regensburg wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Sein Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert, die Staatsanwaltschaft eine höhere Geldstrafe. Gegen das Urteil hatten beide Berufung eingelegt.

Befreiung von Exkommunikation wegen Vatikan-Schlamperei

Anfang 2009 hatte Papst Benedikt XVI. Williamson neben anderen Bischöfen der Piusbruderschaft von der Exkommunikation befreit. Benedikt stellte nun klar, dass er dies nicht getan hätte, wenn er gewusst hätte, dass Williamson die Existenz der Gaskammern der Nazis leugnet. Im Buch des Autors Peter Seewald, das nächste Woche erscheint und aus dem der “Focus“ vorab zitiert, sagt der Papst: “Dann hätte zunächst der Fall Williamson abgetrennt werden müssen. Aber leider hat niemand bei uns im Internet nachgeschaut und wahrgenommen, um wen es sich hier handelt.“

Williamson hatte in einem Fernsehinterview des schwedischen Senders SVT gesagt, er glaube nicht, dass es im Dritten Reich Gaskammern gegeben habe. Daher seien seiner Meinung nach auch nicht sechs Millionen Juden als “vorsätzliche Strategie Adolf Hitlers“ vergast worden. Er glaube vielmehr, dass zwei- oder dreihunderttausend Juden in den Nazi-Konzentrationslagern ums Leben gekommen seien.

dapd

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