Piusbrüder kritisieren Lockerung des Kondomverbots

Stuttgart - Papstkritik aus Stuttgart: Die Piusbruderschaft hat die Lockerung des Kondomverbots kritisiert. Die Worte des Papstes ließen sich vergleichen mit dem Rat an einen Raubmörder.

Der Papst habe “leider nicht unterschieden zwischen der Tolerierung eines Übels und seiner Gutheißung“, teilte die erzkonservative Vereinigung an ihrem Deutschlandsitz in Stuttgart mit. “Seine Worte ließen sich vergleichen mit dem Rat an einen Raubmörder, sich in Zukunft auf Diebstahl zu beschränken. Aus diesem Rat dürfte man trotzdem nicht ableiten, dass der Diebstahl in gewissen Fällen erlaubt sei.“

In einem am Mittwoch erschienenen Interviewbuch erklärt Benedikt XVI., dass die katholische Kirche nicht in jedem Fall gegen Kondome zum Schutz vor Aids sei: “Es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann.“ Medien und kirchliche Hilfsorganisationen werteten dies als moraltheologischen Kurswechsel.

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Die Piusbruderschaft wies auch die Papst-Äußerungen über den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson zurück: “Es ist nicht richtig, dass Bischof Williamson niemals in der offiziellen katholischen Kirche beheimatet gewesen wäre. Er hat nicht in der Priesterbruderschaft zum katholischen Glauben gefunden, sondern unabhängig von ihr.“

Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Bischöfen der traditionalistischen Gemeinschaft im Januar 2009 wieder aufgehoben. Kurz danach war bekanntgeworden, dass Williamson in einem Interview den NS-Massenmord an den Juden geleugnet hatte. Dies führte weltweit zu Empörung. In dem neuen Buch nennt Benedikt es einen “Super-GAU“, dass er bei der Annäherung an die Piusbrüder nichts von der Holocaust-Leugnung gewusst habe.

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