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Verdeckt hinter einem Aktendeckel kommt der Angeklagte Bernd Oliver G. am Dienstag in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) mit Handschellen in den Verhandlungssaal des Landgerichts. Der 32-Jährige soll jahrelang in einem Ludwigshafener Eissportverein Kinder und Jugendliche missbraucht haben.

Kinderschänder verurteilt

Bernd G. lockte mit Pizza: 121 Missbrauchs-Fälle

Frankenthal - Mit Pizza und Fernsehen lockte Bernd Oliver G. (32) die Opfer in seine Wohnung. Dort missbrauchte er die Jungen, die er in seinem Sportverein kennengelernt hatte. Nun wurde er verurteilt.

Für den jahrelangen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen muss der Angestellte eines Eissportvereins in Ludwigshafen für sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Frankenthal legte dem 32-jährigen Bernd Oliver G. 121 Fälle zur Last. Er habe die Unerfahrenheit seiner 11 bis 15 Jahre alten Opfer ausgenutzt, sagte der Vorsitzende Richter Michael Wolpert. Der Missbrauch begann demnach im Winter 2008, doch erst Anfang vergangenen Jahres offenbarte sich einer der Jungen seinen Eltern und der Polizei. Vor Gericht sagte der 32-Jährige unter Tränen, ihm täten die Taten leid. Er hatte sie weitgehend gestanden.

Der Mann war im Eis- und Rollsport-Club Ludwigshafen als Eismeister tätig. Die Jungen lud er in seine Dienstwohnung zum Pizza-Essen oder Fernsehen ein und missbrauchte sie dort - zunächst einen 14-Jährigen, dann kamen nach und nach Jüngere hinzu. In dem Verfahren ging es um Missbrauch an fünf Jungen. Auch die Eltern fassten Vertrauen und ließen ihre Kinder bei ihm übernachten. Als der Missbrauch aufgedeckt wurde, hätten viele mit Unglauben und sogar Aggression gegen den Jungen reagiert, der sich offenbart hatte, sagte Staatsanwältin Anne Wolf.

Prozessbeginn gegen den Maskenmann

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Wolf hatte acht Jahre Haft für den Angeklagten gefordert und ihm perfides Verhalten vorgeworfen: Er sei für die Kinder und Jugendlichen ein Freund und großer Bruder gewesen, habe so ein Abhängigkeitsverhältnis geschaffen und es sich zunutze gemacht. Die Opfer litten bis heute darunter. Einige befänden sich in psychologischer Behandlung.

Insgesamt hatte der frühere Eismeister den Ermittlungen zufolge neun Jungen fast 180 Mal missbraucht, teilweise mehrmals pro Woche. Eines der Kinder war erst zehn Jahre alt. Zwei der Verfahren wurden eingestellt, um den Betroffenen eine Aussage zu ersparen, zwei andere sollen in einem weiteren Gerichtsverfahren aufgeklärt werden. Andeutungen des Angeklagten im Prozess, wonach weitere Erwachsene oder Jugendliche an dem Missbrauch beteiligt gewesen seien, geht die Staatsanwaltschaft derzeit nach.

dpa

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