Polen: Mutmaßliche Ikea-Attentäter gefasst

Warschau - Zwei Polen sind als mutmaßliche Ikea-Attentäter der polnischen Polizei ins Netz gegangen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen räuberische Erpressung und Gefährdung des Lebens mehrerer Menschen vor.

Die Beamten der Zentralen Ermittlungsbehörde CBS hätten die beiden 39 Jahre alten Männer auf dem Gebiet der Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie gestellt, teilte die Polizei in Warschau am Samstag mit. Einer der mutmaßlichen Täter soll als Manager in mehreren Großfirmen gearbeitet haben. Er spreche vier Fremdsprachen und wisse, wie ein Konzern funktioniere, sagte ein Polizeisprecher. Der andere Festgenommene sei wegen Drogenhandels vorbestraft.

Es lägen erhebliche Beweise für die Schuld der Männer vor, sagte Matejuk. Den Beiden drohten im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft, erklärte der Polizeisprecher Mariusz Sokolowski. “Weil die Sprengkraft der Bomben stärker wurde, bestand für viele Menschen eine ernsthafte Gefahr für Leben und Gesundheit. Die Uhr tickte“, sagte Sokolowski. Im vergangenen Monat war Europol noch von einem Einzeltäter ausgegangen.

Nach dem jüngsten Anschlag in Prag hätten die Männer mit weiteren Angriffen gedroht, sollte IKEA ihnen nicht sechs Millionen Euro zahlen, sagte Matejuk auf einer Pressekonferenz in Wroclaw (Breslau). “Die Verdächtigen sind sehr sorgfältig vorgegangen. Sie haben ein Bankkonto eröffnet und eine Überweisung per Internet verlangt. Zum Glück wurde das Schutzgeld nie gezahlt“, sagte Matejuk.

Zu der Explosionsserie war es vom 30. Mai bis zum 2. September gekommen. Die Täter legten Sprengsätze in Ikea-Filialen in Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich und Tschechien. Bei der Explosion in einem Dresdener Ikea-Möbelhaus waren zwei Menschen leicht verletzt worden. Nach dem letzten Attentat in Prag sollen die Täter sechs Millionen Euro Lösegeld verlangt haben.

An den Ermittlungen und der Aktion waren den Angaben zufolge mehrere hundert Polizisten beteiligt. Auch Beamten aus betroffenen Ländern hätten mitgearbeitet. Die Attentäter hätten “alles unternommen, um die polnische Spur zu verwischen“, erklärte die Polizei weiter.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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