Tumulte am Wochenende

L.A.: Polizei rechtfertigt tödliche Schüsse auf zwei Schwarze

Los Angeles - Die Polizei im kalifornischen Los Angeles hat tödliche Schüsse auf zwei Schwarze am Wochenende verteidigt. Währenddessen kam es erneut zu Demonstrationen und Ausschreitungen. 

Der 18-jährige Carnell Snell Jr, der sich nach einem mutmaßlichen Autodiebstahl am Samstag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte, habe eine geladene Schusswaffe auf die Polizisten gerichtet, sagte Polizeichef Charlie Beck am Montag. Die Polizisten hätten daraufhin das Feuer eröffnet.

Der Jugendliche war den Angaben zufolge aus einem Auto ausgestiegen, das die Beamten wegen des Verdachts auf Diebstahl kontrollieren wollten, und zu Fuß geflohen. Bei der Verfolgungsjagd habe er eine Waffe aus seinem Hosenbund gezogen und sich mit der Waffe in der Hand zu den Polizisten umgedreht, berichtete Beck. Er wurde demnach von zwei Polizeikugeln getroffen und war sofort tot.

Der Vorfall hatte in Los Angeles für wütende Proteste gesorgt. Das Haus von Bürgermeister Eric Garcetti wurde mit Eiern beworfen, auch während der Pressekonferenz von Polizeichef Beck am Montag gingen Demonstranten vor dem Gebäude auf die Straße. Es gab drei Festnahmen.

Weitere tödliche Schüsse am Wochenende in Los Angeles

Ein zweiter Mann, der bei einem Polizeieinsatz am Sonntag erschossen wurde, hatte nach Angaben des Polizeichefs keine echte Waffe dabei. Als sich die Polizisten dem Verdächtigen zu Fuß genähert hätten, habe er mit einer Waffe auf sie gezielt, sagte Beck. Dass es sich um eine Spielzeugpistole handelte, hätten die Beamten nicht sehen können, weil die orangefarbene Spitze übermalt war.

Die Identität des Erschossenen ist den Angaben zufolge noch nicht geklärt. Berichte, wonach der Verdächtige bei den tödlichen Schüssen bereits am Boden lag, wies der Polizeichef zurück. Auf Videoaufnahmen von den Körperkameras der Polizisten sei dies eindeutig zu erkennen.

Der Tod von Schwarzen durch Polizeigewalt hat quer durch die USA in den vergangenen Jahren immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste ausgelöst.

In Kalifornien hatte zuletzt der Tod von Alfred Olango in El Cajon, einem Vorort von San Diego, für Proteste gesorgt. Bei dem Vorfall am Dienstagabend hatte der 38-Jährige nach Polizeiangaben einen "Gegenstand" aus der Tasche gezogen und wie eine Waffe auf die Beamten gerichtet. Die zwei Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Objekt lediglich um eine E-Zigarette handelte.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP (Archivbild)

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