Wohnungseinbrüche in vier Bundesländern und benachbartem Ausland aufgeklärt

Polizei gelingt Schlag gegen Einbrecher

Osnabrück - Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist rasant gewachsen - bundesweit auf fast 170 000. Aufgeklärt werden die wenigsten Taten. Doch jetzt gelang Ermittlern ein länderübergreifender Erfolg.

Dank länderübergreifender Zusammenarbeit hat die Polizei 33 Wohnungseinbrüche in vier Bundesländern und im benachbarten Ausland aufgeklärt. Sieben mutmaßliche Täter wurden festgenommen, wie ein Sprecher der federführenden Polizeidirektion Osnabrück sagte. Der Erfolg beruhe auf dem Erkennen von Tatzusammenhängen durch die überregionale Auswertung der Einbrüche in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein sowie in Belgien und den Niederlanden.

Der Erfolg ist ein Lichtblick angesichts mauer Aufklärungsquoten. Im Jahr 2015 wurden bundesweit gerade einmal 15,2 Prozent der Wohnungseinbrüche aufgeklärt. Versuchte und vollendete Einbrüche hatten zuletzt in Deutschland kontinuierlich zugenommen - von 108 284 registrierten Fällen im Jahr 2008 auf 167 136 im Jahr 2015. Das entsprach einem Plus von rund 50 Prozent innerhalb von sieben Jahren.

Experten aus Deutschland und den Niederlanden diskutieren über Optimierung

Die offizielle bundesweite Kriminalstatistik für das Jahr 2016 wird voraussichtlich im Frühjahr vorgestellt. Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA) rechnete zuletzt wenigstens mit einer stagnierenden Zahl der Einbrüche. „Es wird keinen weiteren Anstieg mehr gegeben haben, und ein leichter Rückgang ist im Bereich des Möglichen“, hatte Münch dem ARD-Magazin „Report Mainz“ vom 10. Januar gesagt.

Auf einer Tagung in Lingen im Emsland wollen an diesem Montag und Dienstag Polizei-Experten aus Deutschland und den Niederlanden die Optimierung der grenzüberschreitenden Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen diskutieren. Daran nehmen auch Fachleute des BKA und von Europol teil.

Ende Oktober hatten deutsche, niederländische und belgische Polizeibehörden eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Die zuständigen Minister von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) unterzeichneten mit ihren Kollegen aus Belgien und den Niederlanden diese sogenannte „Aachener Erklärung“.

Für Aufklärung bessere Kommunikation notwendig

Die engere Zusammenarbeit ist eine Antwort auf das Problem, dass bislang mobile, grenzüberschreitend agierende Banden der Polizei stets eine Nasenlänge voraus waren. Nicht nur der Informationsaustausch mit Nachbarstaaten war zeitfressend, auch die Kommunikation zwischen den Bundesländern dauerte oft Tage.

Seit Herbst 2016 gibt es in Osnabrück die „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“, die sich auf die Aufdeckung und Zerschlagung krimineller Netzwerke in der Grenzregion von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden konzentriert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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