Polizei nimmt 100 NPD-Anhänger in Gewahrsam

Neumünster - Die Polizei in Neumünster hat rund 100 Teilnehmer eines NPD-Aufmarsches in Gewahrsam genommen. Die Rechtsextremisten hätten am Dienstag versucht, über eine nicht angemeldete Route zu ihrem Kundgebungsort zu gelangen.

Dabei entrollten sie Transparente, was nach Einschätzung der Polizei ein Verstoß gegen die behördlichen Auflagen darstellte.

Die Polizei lösten daraufhin den Marsch offiziell auf und verlangte von den Teilnehmern, zum Bahnhof Neumünster Süd zurückzukehren. Als diese sich weigerten und darauf bestanden, noch eine Kundgebung abzuhalten, nahmen die Beamten sie in Gewahrsam, um die Personalien festzustellen. Unter den Rechtsextremisten war auch der Fraktionsvorsitzende der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs.

Im Stadtgebiet demonstrierten rund 2000 Menschen gegen die Wahlkampfveranstaltung der NPD. Unter den Teilnehmern waren auch die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth und Landtagspräsident Torsten Geerdts (CDU), der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, und der Spitzenkandidat der Piraten in Schleswig-Holstein, Torge Schmidt. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine und Verbände hatten zu Protesten gegen die NPD aufgerufen.

Nach Angaben der Polizei kam es im Stadtgebiet zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen den rechten und linken Demonstranten. Die Polizei hatte mehrere Hundertschaften zusammengezogen, um Ausschreitungen zu unterbinden.

dpa

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