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Wer ist "John Smith"?

Wer ist "John Smith" wirklich?

Polizei rätselt über diesen Mann ohne Gedächtnis

Oslo - Norwegen rätselt über die Identität eines Mannes ohne Gedächtnis: Der mysteriöse "John Smith", wie der junge Mann sich selbst nennt, gibt der Polizei seit Monaten viele Fragen auf.

"John Smith" nennt sich der junge Mann selbst seit seinem Auftauchen in Oslo. Entkräftet und kaum bekleidet wurde er im Dezember im Schnee liegend aufgefunden. Offenbar handelt es sich um einen Tschechen, wie die Behörden in Prag am Mittwoch bestätigten.

Halb bewusstlos wurde "John Smith" am 14. Dezember im Schnee in Oslo von einem Passanten gefunden. Er kennt nach eigenen Angaben weder seinen Namen, noch weiß er, wie er nach Norwegen kam. Sein Gedächtnis setze erst wieder zu dem Zeitpunkt ein, als er im Krankenhaus zu sich gekommen sei, gab er zu Protokoll. Vier Monate ermittelte die norwegische Polizei erfolglos. Am Dienstag veröffentlichte sie Fotos zur internationalen Aufklärung des Falls.

Daraufhin meldete sich die Polizei in Prag. Prager Ermittler hätten den Mann eindeutig identifiziert, teilte die norwegische Polizei am Mittwoch mit. Die tschechische Polizei habe die Identität des jungen Mannes eindeutig feststellen können, weil sie mit seinen Eltern Kontakt aufgenommen habe, sagte der norwegische Polizeiinspektor Oeyvind Torgersen.

"Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen 36-jährigen Staatsbürger der Tschechischen Republik", bestätigte in Prag Polizeisprecherin Eva Stulikova am Donnerstag die Angaben. Er sei mit Sicherheit von mehreren Mitgliedern seiner Familie wiedererkannt worden. Als vermisst sei er nicht gemeldet gewesen. Die Umstände seines Aufenthaltes in Norwegen blieben "verschwommen".

Er wisse "nichts" von seinen Eltern, sagte "John Smith" der Nachrichtenagentur AFP. "Wir wissen nur, dass es zwei Menschen in der Tschechischen Republik gibt, die behaupten, dass sie meine Eltern sind." Aber nur, weil "jemand auf diesem Planeten etwas sagt, muss es nicht notwendigerweise wahr sein".

Es handele sich bislang um "bloße Behauptungen", sagte "John Smith". Er wolle sich nicht zu große Hoffnungen machen, denn die Aussagen könnten sich als "ungenau" herausstellen. Sei der Veröffentlichung der Fotos glaubten offenbar viele, ihn zu kennen. Aber bis zum endgültigen Beweis, handele es sich nur um Behauptungen. "Natürlich hätte ich es gern, dass es wahr wäre."

Der Mann, der außer Englisch auch Tschechisch, Slowakisch, Polnisch und Russisch versteht, klagte im Gespräch mit AFP, er sei von Unbekannten "beraubt", "sexuell misshandelt", "unter Drogen gesetzt" und dann alleingelassen worden. Vielleicht hätten die Täter Norwegen als "Müllhalde" betrachtet, auf dem sie ihn entsorgen konnten. "John Smith" ist 1,87 Meter groß, hat blaue Augen und dunkelblonde Haare. Er sagte auch, er sei wärmeres Wetter gewöhnt - das Wetter in Norwegen füge ihm Schmerzen zu.

AFP

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