Polizei räumt Siedler-Hochburg

- Tel Aviv/Gaza - Israelische Sicherheitskräfte haben sieben Wochen vor dem geplanten Abzug aus dem Gazastreifen die Hochburg jüdischer Extremisten in dem Palästinensergebiet gestürmt. Nach mehreren Zusammenstößen räumten Polizisten am Donnerstag ein Hotel in dem Siedlungsblock Gusch Katif, wo sich etwa 100 radikale Gegner des Abzugs verschanzt hatten.

Es habe keine Verletzten gegeben, berichtete der israelische Rundfunk. Zuvor hatte die Armee die Siedlungen zum militärischen Sperrgebiet erklärt und den Zugang stark beschränkt."In den vergangenen 24 Stunden haben Gegner des Abzugs ihre Aktionen im Gazastreifen radikalisiert", begründete die Armeeführung ihre Entscheidung. Palästinenser und Sicherheitskräfte seien verletzt worden. "Eine weitere Eskalation der Lage durch radikale Elemente könnte schwere Folgen für die Region haben", hieß es in einer Erklärung. Bewohner der Siedlungen, der öffentliche Dienst und Journalisten sollten weiter Zugang bekommen.Die Abzugsgegner, darunter viele Jugendliche, leisteten nur geringen Widerstand gegen die etwa 2000 eingesetzten Polizisten. Es gab Rangeleien. Protestierer, die um sich schlugen und schrien, wurden in Gewahrsam genommen und weggetragen. Die Polizisten brachten sie zu Bussen, um sie aus dem Gazastreifen zu fahren und zu vernehmen. Am Vortag hatten Soldaten etwa 40 radikale Hausbesetzer aus einem palästinensischen Gebäude unweit des Hotels entfernt. Dabei hatte es schwere Zusammenstöße gegeben. Die radikalen Siedler hatten dem Hotel den Namen "Maos Hajam" (Meeresfestung) gegeben.Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte nach den Ausschreitungen angekündigt, es werde schärfer gegen gewalttätige Siedler vorgegangen. Die Regierung müsse alle notwendigen Maßnahmen gegen die Gewalttätigkeiten rechtsgerichteter Extremisten ergreifen, sagte der Regierungschef. "Unter keinen Umständen können wir einer gesetzlosen Bande den Versuch erlauben, Kontrolle über das Leben in Israel zu übernehmen", sagte Scharon. Der Abzug soll am 17. August beginnen.Militante Palästinenser verschleppten im Norden des Westjordanlandes nach eigenen Angaben zwei israelische Soldaten. Die beiden Männer seien versehentlich nach Nablus gefahren, teilten die zur Fatah-Bewegung gehörenden Al-Aksa-Brigaden am Donnerstag mit. Berichte, wonach die beiden Soldaten getötet wurden, blieben unbestätigt. Die israelische Armee wollte sich nicht zu einem möglichen Vorfall äußern.Die libanesische Hisbollah-Miliz und die israelische Armee lieferten sich am Donnerstag im Grenzgebiet zu Syrien neue Gefechte. Es habe eine Schießerei zwischen Soldaten und Eindringlingen gegeben, sagte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Israel legte unterdessen nach den Gefechten vom Vortag, bei denen ein israelischer Soldat und ein Hisbollah-Kämpfer getötet worden waren, Protest beim UNSicherheitsrat ein. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman habe in einem Schreiben die libanesische Regierung für Zwischenfälle in dem Grenzgebiet verantwortlich gemacht, berichtete das israelische Armeeradio.

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