München: Ausfall von zwei S-Bahnen am Dienstagmorgen

München: Ausfall von zwei S-Bahnen am Dienstagmorgen
ARCHIV: Auf einem Archivbild vom 4. Juli 2002 besuchen Angehörige der Opfer die Absturzstelle der russischen Tupolew TU-154 in Höllwangen-Brachenreute nahe Überlingen am Bodensee. Beim Zusammenstoss zweier Flugzeuge am späten Abend des 1. Juli 2002 starben 71 Menschen.

Flugzeugzusammenstoß von Überlingen 2002

"Fluglotsenmörder" bei Einreise gestoppt

München - Er verlor beim Flugzeugzusammenstoß von Überlingen seine Familie und erstach daraufhin den dienstleitenden Lotsen. Die Polizei stoppte ihn am Samstag bei der Einreise.

Auf dem Weg zur Gedenkfeier für die Opfer des Flugzeugzusammenstoßes von Überlingen hat die Polizei den als "Fluglotsenmörder" bekannt gewordenen Witali Kalojew in München gestoppt.  Der Russe verlor bei dem Unfall am 1. Juli 2002 seine Frau und zwei Kinder und erstach daraufhin den damals dienstleitenden Lotsen Peter Nielsen. Die Polizei hielt Kalojew am Samstagmittag am Münchner Flughafen fest. Es sei nicht klar, ob er nach Deutschland einreisen dürfe, teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit.

Kalojew darf weiterreisen

Kalojew war in der Schweiz zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. "Seine Strafe hat er abgesessen", sagte der Polizeisprecher am Samstag. Mehr als sechs Stunden lang wurde er am Münchner Flughafen festgehalten, während seine Einreisegenehmigung geprüft wurde, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Jetzt reise er mit einem vier Tage gültigen Visum weiter zu der Gedenkfeier.

Der Zusammenstoß einer Frachtmaschine mit einem russischen Passagierflugzeug mit 49 Kindern an Bord gilt als eines der schwersten Unglücke im deutschen Luftraum. Am 1. Juli jährt sich das Flugzeugunglück von Überlingen am Bodensee zum zehnten Mal. Eine Tupolew-Passagiermaschine und eine Fracht-Boeing prallten damals zusammen. Alle 71 Insassen kamen ums Leben.

Kalojew war in Russland für seine Tat zum Teil wie ein Held gefeiert worden. Heute ist er Vizebauminister der Teilrepublik Nordossetien. Er hatte bereits angekündigt, dass er gerne zu der Gedenkfeier am Sonntag in Überlingen reisen wolle. "Ich habe ein Visum beantragt. Aber nach allem, was geschehen ist, sind meine Einreisemöglichkeiten wohl beschränkt", sagte er der Tageszeitung "Moskowski Komsomolez" vom Freitag.

dpa

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