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Polizei: 87 Tote bei Gefecht im Irak

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- Bagdad/Tikrit - Eine Woche vor der Regierungsbildung in Bagdad sind bei einem Gefecht zwischen Aufständischen und Soldaten im Irak nach Angaben aus Polizeikreisen 87 Menschen getötet worden. Wie am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Tikrit bekannt wurde, töteten irakische Soldaten, die von der US-Armee unterstützt wurden, am Dienstag in einem angeblichen Rebellen-Ausbildungslager am Tharthar-See nordwestlich von Bagdad 80 bewaffnete Männer.

Die US-Armee berichtete, sieben irakische Soldaten seien außerdem ums Leben gekommen, sechs weitere verletzt worden. "Dokumente, die in dem Lager gefunden wurden, weisen darauf hin, dass unter den anti-irakischen Kräften auch ausländische Kämpfer waren", hieß es in einer Mitteilung der US-Armee.

Nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen konnten einige der insgesamt rund 100 Kämpfer fliehen. In der selben Provinz entdeckte die irakische Armee wenige Stunden später laut US-Militär bei einer Razzia nahe der Ortschaft Mikdadija ein Waffenversteck mit mehr als 70 Panzerminen.

Vier Kinder starben am Mittwoch als Rebellen mehrere Mörsergranaten auf eine Grundschule im Bagdader Stadtteil Amirija abfeuerten. Nach Angaben von Augenzeugen gab es zudem zahlreiche Verletzte, darunter auch drei Lehrer. Der staatliche Fernsehsender Al-Irakija berichtete zudem, die Polizei habe in Bagdad einen Sprengsatz in der Nähe eines Kindergartens entschärft. In der Ortschaft Al-Duluija fand die Polizei die Leichen zweier junger Männer, deren Hände auf dem Rücken gefesselt waren. In der Nähe der iranischen Grenze erschoss ein US-Soldat in der Nacht zum Mittwoch einen irakischen Polizisten, zwei weitere wurden verwundet. Das USMilitär erklärte, der Soldat habe geschossen, weil die Männer, die in einem Privatauto fuhren, an einer Straßensperre nicht angehalten hätten.

Die Schiiten-Allianz soll in der neuen Regierung des Landes mehr als die Hälfte der Ministerposten bekommen. Wie Dschawad al-Maliki von der Allianz der irakischen Zeitung "Al-Sabah" vom Mittwoch sagte, wird sie mindestens 16 der insgesamt fast 30 Ressorts besetzen. Die Allianz hatte bei den Parlamentswahlen Ende Januar eine knappe absolute Mehrheit erreicht. Muwaffak al-Rubai von der Allianz sagte am Mittwoch, die Führungspositionen würden auf einer Parlamentssitzung am Samstag besetzt. Zuerst müssen die 275 Abgeordneten den Präsidenten und seine beiden Stellvertreter wählen, die dann ihrerseits einen Ministerpräsidenten vorschlagen.

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