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Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und Polizei stehen vor dem Haus in Esslingen, in dem mehrere Tote gefunden wurden. Foto: Sven Kohls

Vermutlich Gasvergiftung

Vierköpfige Familie stirbt in Esslingen

Polizei und Rettungskräfte rücken in Esslingen zu einem Großeinsatz aus. In einem Wohnhaus sterben vier Menschen. War eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration im Spiel?

Esslingen (dpa) - Bei einem Unglück in Esslingen nahe Stuttgart ist eine vierköpfige Familie vermutlich durch eine Gasvergiftung ums Leben gekommen. Angehörige hatten die leblosen Körper durch ein Fenster entdeckt und per Notruf die Rettungskräfte alarmiert.

Für ein Verbrechen oder einen Suizid gebe es keinen Hinweis, sagte ein Polizeisprecher. Messtechniker sprachen von einer erhöhten Konzentration von sehr giftigem Kohlenmonoxid in dem Wohnhaus. Das farb- und geruchlose Gas entsteht etwa beim Verbrennen von Kohle oder Gas und führt zu Bewusstlosigkeit und zum Erstickungstod.

Bei den Toten handelt es sich um eine Familie aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Das Alter der Eltern gab die Polizei mit jeweils 29 Jahren an. Ein Junge sei vier Jahre und ein Mädchen drei Jahre alt gewesen. Angehörige wollten demnach die türkischstämmige Familie besuchen, aber niemand öffnete nach Klopfen und Klingeln die Haustür.

"Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ist dem derzeitigen Stand der Ermittlungen zufolge die Ursache", sagte ein Polizeisprecher. Die Warngeräte der Rettungskräfte hätten sofort angeschlagen, als sich die Helfer Zutritt zum Haus verschafften. Wegen der deutlich überhöhten Werte konnte die Feuerwehr das Gebäude nur mit Atemschutz betreten. Bei einer Untersuchung der Opfer habe nur noch der Tod festgestellt werden können. "Kriminaltechniker haben die Ermittlungen aufgenommen, Familienangehörige werden vor Ort durch den Notfallnachsorgedienst betreut", sagte der Sprecher.

Wie es zur überhöhten Gas-Konzentration kommen konnte, war zunächst unklar. Bei dem Haus handelt es sich ersten Angaben zufolge um einen Neubau. An dem Gebäude standen am Mittag Rettungswagen, auch ein Fahrzeug eines Gas-Notdienstes war zu sehen.

Immer wieder kommt es zu Unglücken mit Kohlenmonoxid (CO). Erst im Januar hatte sich eine Familie in Ludwigsburg beim Heizen damit vergiftet. Nach ersten Erkenntnissen war das Kohlenmonoxid aus einer Gastherme im Nebenraum ausgetreten und hatte sich in den Räumen verteilt. Eine 26-Jährige und ihre 64 und 65 Jahre alten Eltern kamen mit Vergiftungen ins Krankenhaus.

Kohlenmonoxid entsteht beispielsweise, wenn Materialien ohne genügend Sauerstoff verbrennen, etwa in geschlossenen Räumen oder bei defekten Heizanlagen. Bei der Lagerung von Holzpellets kann ebenfalls CO entstehen. Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Kohlenmonoxid blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit - und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod. Vor allem im Schlaf werden die Symptome nur selten bemerkt.

Polizei Reutlingen bei Twitter

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