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Das Gymnasium im Harzstädtchen Ballenstedt.

Polizei untersucht Handy der Amokläuferin

 Ballenstedt - Nach dem Amoklauf einer 13-Jährigen an einem Ballenstedter Gymnasium im Landkreis Harz untersucht die Polizei das Handy und Interneteinträge des Mädchens, um Erkenntnisse über das Motiv zu erhalten.

Währenddessen verarbeiten die Schüler Stück für Stück die Geschehnisse. “In Gesprächsrunden sprechen Lehrer mit den Schülern über das Erlebte“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Christa Weber am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Auch Seelsorger seien vor Ort. So wolle man “nach und nach in die Normalität zurück“, sagte Weber. An normalen Unterricht sei heute noch nicht zu denken. Klassenarbeiten und Tests fielen aus.

Das genaue Motiv der 13-jährigen Amokläuferin ist weiter unklar. “Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Menschen aus dem Umfeld des Mädchens würden derzeit noch befragt. Die Schülerin hatte die Tat den Angaben nach in sozialen Netzwerken im Internet und per SMS am Vortag angekündigt.

Warum niemand die Polizei informierte, werde noch ermittelt. Das Handy und die Interneteinträge würden derzeit untersucht, sagte ein Polizeisprecher. Das nehme viel Zeit in Anspruch. Ergebnisse erwarte die Polizei erst Anfang nächster Woche. Sobald SMS-Empfänger oder Verfasser von Antworteinträgen im Internet ausfindig gemacht seien, würden diese befragt werden, sagte der Sprecher.

Familiäre Probleme

Die Amokläuferin hatte am Mittwochmorgen in der Schule zunächst zwei Brandsätze gezündet und anschließend auf dem Hof Mitschüler mit einem Messer bedroht. Schulpersonal konnte das Feuer löschen. Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, war die Schule bereits evakuiert. Polizisten hielten das Mädchen von weiteren Taten ab. Im Gürtel der Schülerin fanden die Beamten drei weitere Messer, darunter große Fleisch- und Brotmesser, eine Axt, drei Feuerzeuge, Haarspray und ein Mobiltelefon.

Das Mädchen wird in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Bekannt sind laut Kultusministerium familiäre Probleme des Teenagers. Die Eltern lebten in Trennung. Dieser Amoklauf war nach Angaben von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) das erste derartige Vorkommnis in Sachsen-Anhalt.

Kriminologe Christian Pfeiffer wertete die Tat der 13-Jährigen vielmehr als Hilferuf. Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen sagte in der Fernsehsendung “MDR aktuell“, wer ernsthaft vorhabe, andere Menschen zu töten, der kündige das im Vorhinein nicht eindeutig an.

dapd

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