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Für ihre klaren und berührenden Worte erhielt die Neunjährige standing ovations im Stadtrat.

"So sollten wir uns nicht fühlen"

Polizeigewalt in den USA: Neunjährige hält ergreifende Rede

Charlotte - Nach dem Tod eines Schwarzen bei einer Demonstration protestieren die Menschen in Charlotte gegen Polizeigewalt. Ein neunjähriges Mädchen hielt jetzt eine emotionale Rede, die die Welt bewegt.

"Ich bin heute hier um über meine Gefühle zu sprechen und ich fühle, dass wir anders behandelt werden als andere Menschen." Erhobenen Hauptes beginnt die kleine Zianna Oliphant ihre Rede vor dem Stadtrat von Charlotte. Am Wochenende waren dort die Proteste gegen polizeiliche Gewalt gegen Afroamerikaner eskaliert, nachdem in der Stadt in North Carolina Keith Lamont Scott von Polizisten angeschossen worden war. Später erlag der 43-jährige Schwarze seinen Verletzungen.

"Hautfarbe bedeutet nichts für mich," fährt die Neunjährige fort, dann bricht sie in Tränen aus und stockt. "Du machst das toll!" Ruft es aus dem Publikum, und: "Hör nicht auf!" Also macht sie schniefend weiter: 

"Wir sind schwarze Menschen, und so wie wir uns fühlen, sollten wir uns nicht fühlen. Wir protestieren weil wir falsch behandelt werden. Wir protestieren für unsere Rechte. Ich wurde in Charlotte geboren und bin hier aufgewachsen und ich habe mich noch nie so gefühlt. Es ist eine Schande, dass unsere Väter und Mütter getötet werden und wir sie nicht mehr sehen können. Es ist eine Schande, dass wir sie auf dem Friedhof begraben müssen. Wir haben Tränen in den Augen, aber wir sollten nicht weinen müssen. Wir brauchen unsere Väter und Mütter an unserer Seite."Zianna schaut noch einen Moment lang in die Menge, dann stürmt sie von der Bühne.

Die Menschen im Saal erheben sich. Sind sichtlich ergriffen. Zianna hat mit ihrer Rede alles ausgedrückt, was die schwarze Bevölkerung Amerikas derzeit so schmerzlich bewegt. 

Seit Monaten wird in den USA über Polizeigewalt und Rassismus debattiert.

lg

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