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Beim so genannten Luftverlastungstraining sollen die insgesamt 200 Diensthunde in Niedersachsen auf Flüge zu entfernten Einsatzorten vorbereitet werden.

Training gegen Flugangst

Diese Polizeihunde lernen fliegen

Ahrbergen - Ein für Vierbeiner eher ungewöhnliches Training absolvieren zur Zeit insgesamt 200 Polizeihunde in Niedersachsen. Sie sollen Fliegen lernen.

Die Baumwipfel schwingen, der Klee auf der grünen Wiese neigt sich zu Boden. Kurz nachdem der Polizeihubschrauber gelandet ist, springt Schäferhund Daiko mit seinem Herrchen aus der Flugkabine. Genau so soll es ablaufen, wenn einer der 200 Polizeidiensthunde in Niedersachsen zu einem entfernten Einsatzort im Land geflogen werden muss.

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Das Flugtraining ist Teil der Ausbildung zum Spezialhund am Zentralen Diensthundwesen in Ahrbergen bei Hildesheim. „Lärm, Wind, Vibrationen und Kerosingeruch sind Belastungen für den Diensthund“, erklärt Polizeisprecherin Kerstin Gunther. Bei dem sogenannten Luftverlastungstraining sollen sich die Vierbeiner nicht nur an die neue Erfahrung gewöhnen. Sie lernen auch, in den startenden Hubschrauber zu springen und diesen bei der Landung rasch zu verlassen, um so schnell wie möglich mit der Sucharbeit zu beginnen.

„Die Hunde müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit das abrufen können, was wir ihnen beigebracht haben“, sagt Ausbilder Helmut Höveling. Doch sie müssen nicht nur lernen, wie sie in oder aus Hubschraubern springen. Mehrere Wochen lang werden die Tiere in Spezialgebieten ausgebildet. So wird ihnen beigebracht, wie sie Rauschgift, Sprengstoff, Leichen oder Brandmittel erschnüffeln. 78 Prozent der Diensthunde sind allerdings Schutzhunde.

„Wir versuchen, die Ausbildung so wirklichkeitsgetreu wie möglich aufzuziehen“, sagt Höveling. „Da kommt man schon mal in vermüllte oder überhitzte Räume.“ Ziel der Ausbildung sei es, den Hunden beizubringen, mit Extremsituationen umzugehen. Dabei geht es auch darum, dass der Diensthundführer seine eigenen und vor allem die Grenzen seines Hundes kennenlernt. Dazu gehört das Flugtraining.

Nicht alle Polizeihunde müssen sich allerdings an diesem Training beteiligen. Für die Diensthunde der Bundespolizei sei es nicht mehr obligatorisch, sagt Bundespolizeisprecher Alexander Geyer. Das werde je nach Bedarf entschieden. Hunde, die bei der Bahnpolizei eingesetzt werden, lernen Geyer zufolge aber auch das Abseilen aus der Luft.

Eingesetzt werden die Tiere vor allem bei Großereignissen wie beispielsweise dem Castor-Transport. Bewähren müssen sie sich aber auch bei anderen Einsätzen. Daiko darf nun auch beim Lufteinsatz dabei sein. Trotz aller Ausbildung - geführt werden er und seine vierbeinigen Kumpel unter dem schnöden Titel „Spezialeinsatzmittel“.

dpa

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