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Wegen Ermordung von Gefangenen

15 Polizisten zu je 48 Jahren Haft verurteilt

São Paulo - Wegen der blutigen Niederschlagung einer Gefängnisrevolte in São Paulo vor mehr als 20 Jahren sind 15 brasilianische Militärpolizisten zu jeweils 48 Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Gericht in der Metropole befand sie am Mittwoch des Mordes an acht Häftlingen für schuldig. Damit ist der Prozess gegen insgesamt 79 Polizisten in diesem Fall abgeschlossen.

Bei dem Aufstand im Carandirú-Gefängnis waren im Oktober 1992 insgesamt 111 Häftlinge getötet und 87 weitere verletzt worden. Polizisten kamen nicht zu Schaden. Der Prozess war das letzte von vier Verfahren gegen die Angeklagten. Zwei Polizisten starben im Laufe des Verfahrens, noch bevor gegen sie geurteilt wurde.

Im April 2013 waren im ersten Verfahren 23 Polizisten zu einer Gefängnisstrafe von jeweils 153 Jahren verurteilt worden. Im August 2013 wurde eine Haftstrafe von jeweils 624 Jahren gegen 25 Polizisten verhängt. Das dritte Verfahren endete im März mit neun Haftstrafen in Höhe von jeweils 96 Jahren sowie einer Verurteilung zu 104 Jahren Gefängnis. Nach brasilianischem Recht werden die Verurteilten höchstens 30 Jahre hinter Gittern verbringen.

Die Verteidigung berief sich darauf, dass die Polizisten in Notwehr handelten, während die Anklage es als erwiesen ansah, dass die Häftlinge gezielt getötet wurden. Der Kommandeur bei der Niederschlagung der Revolte, Oberst Ubiratan Guimarães, wurde im Jahr 2001 zu 632 Jahren Haft verurteilt. Der Richterspruch wurde aber später wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Guimarães wurde 2006 tot in seiner Wohnung aufgefunden. Das 2002 abgerissene Gefängnis Carandirú galt zum Zeitpunkt des Aufstands mit 8000 Insassen als größte Haftanstalt Lateinamerikas.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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