Polizisten rügen marodes Revier in Magdeburg

Magdeburg/Berlin - Das schlechteste Polizeirevier Deutschlands steht nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft in Magdeburg.

“Undichte Fassaden, defekte Fenster, Taubenzeckenbefall im Dachgeschoss, durchnässte Wände sowie zahlreiche bauliche Mängel beschreiben nur unzureichend den erbärmlichen Zustand des Hauses“, teilte der Vize-Vorsitzender der DPolG, Wolfgang Ladebeck, mit.

“Was Schlimmeres gibt es in Deutschland nicht“, meinte Ladebeck nach einer bundesweiten Rundfrage. Das Backsteingebäude sei im Jahr 1880 erbaut worden. Seit etwa 1920 werde es von der Polizei genutzt. Derzeit arbeiteten dort etwa 200 Menschen. Komplett saniert wurde es den Angaben zufolge zuletzt 1960. “Seitdem wurde nur Flickschusterei betrieben“, sagte Ladebeck, der auch Landesvorsitzender der DPolG in Sachsen-Anhalt ist. So sei etwa die Vorderfront saniert worden. “Davon darf man sich aber nicht täuschen lassen.“

Die Hinterfront etwa sei extrem in Mitleidenschaft gezogen. Die Holzfenster seien marode und verfault und ließen sich teilweise nicht mehr öffnen. Drinnen seien die Wände und die Decken nass, die Linoleumfußböden verfaulten. Einige Räume würden deswegen nicht mehr benutzt. Im Hof des Reviers gebe es tiefe Löcher und Risse im immer noch vorhandenen DDR-Beton.

“Das Gebäude in Magdeburg ist eine große Ausnahme“, sagte eine DPolG-Sprecherin in Berlin. “So ein extremer Zustand ist uns in Deutschland sonst nicht bekannt.“ 1994 kürte die DPolG aber schon das Haus der Bundesautobahnstaffel in Börde, ebenfalls in Sachsen-Anhalt zum schlechtesten Dienstgebäude.

Nach Angaben des sachsen-anhaltischen Innenministeriums soll das Gebäude in Magdeburg komplett saniert werden - nach derzeitiger Planung aber erst 2016. “Es wird jetzt geprüft, ob es vorgezogen wird“, sagte eine Sprecherin am Montag.

dpa

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