Prostitutions- und Gewaltvorwürfe

Porno-Skandal um italienischen Pfarrer

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Padua - Sex-Orgien und Prostitution! Im italienischen Padua soll ein Pfarrer deutlich über die Stränge geschlagen haben. Nun ermittelt offenbar die Justiz. Des Amtes enthoben wurde der Pfarrer bislang jedoch nicht.

Er ist Pfarrer im streng katholischen italienischen Padua. Bei seiner Gemeinde allseits beliebt, setzte er sein bekanntes rhetorisches Talent ein, um die Gläubigen in seine Kirche zu locken. Doch damit ist nun erst einmal Schluss, wie die beiden großen italienischen Tageszeitungen La Stampa und La Repubblica berichten.

Der Geistliche aus der idyllischen Stadt in der Region Venetien soll in einen Sex-Skandal verwickelt sein, der so unglaublich scheint, dass man sich nicht vorstellen kann, dass er wahr ist. Sex, Gewalt, Prostitution - die Aufzählung erinnert an einen schlechten Vorabend-Krimi. Doch offenbar ist der angebliche Saubermann, der vor seiner späten Berufung durch Gott als Rechtsanwalt arbeitete, in höchst dubiose Angelegenheiten verwickelt.

Spielte Pfarrer in seinen eigenen Pornos mit?

Bei einem unangemeldeten Besuch im Pfarrheims fand die Polizei den Medien zufolge vor kurzem Dinge vor, die man an so einem Ort eher nicht erwartet hätte: Sexspielzeuge, Peitschen, Handschellen - sogar Amateur-Pornos. Diese trugen pikanterweise die Namen verflossener Päpste.

Die italienische Presse berichtet von bunten und schrillen Pornos in denen sämtliche Arten sexueller Interaktion vorgeführt werden. Junge und Alte, Männer, Frauen, Transvestiten. Und in der Mitte des wilden Treibens - der Pfarrer selbst, der in fast allen Filmen zu den nackten Tatsachen beitragen soll.

Mit Überzeugungskunst, Internet-Annoncen und über die sozialen Netzwerke rekrutierte der Geistliche laut Presse-Angaben bis zu 30 Frauen für sein pornografisches Hobby. Und nicht nur das. Auch mindestens ein weiterer Pfarrer aus dem nachbarschaftlichen Carbonara di Rovolon, soll sich an den Sex-Filmen beteiligt haben. Er zeigte sich nach Bekanntwerden des Skandals offenbar tief beschämt und reuevoll.

Ex-Geliebte zeigte Pfarrer nach Gewaltanwendung an

Dass das unchristliche Treiben jetzt aufgeflogen ist, ist der Anzeige einer 49-jährigen Rumänin zu verdanken. Diese gab auf der Polizei an, von dem Sex-Pfarrer erniedrigt, geschlagen und zum Sex gezwungen worden zu sein. Nachdem sich der erste Verdacht bei der Hausdurchsuchung laut Medien bestätigte, prüft die Staatsanwaltschaft nun, ob der Geistliche sich auch der Prostitution schuldig gemacht hat und ob er die Filme kommerziell vertrieb.

Dieser Verdacht liegt nahe, wenn man den ausschweifenden und luxuriösen Lebensstil des Pfarrers betrachtet, der ihm in seiner Heimatstadt nachgesagt wird. Anstatt in Demut und Keuschheit zu leben, soll er lange, teure Reisen an die Côte d‘Azur unternommen und dort unter anderem an Swingerpartys teilgenommen haben. Auch einen roten Jaguar leistete er sich laut Berichten der italienischen Zeitung. Diesen soll er allerdings nur außerhalb von Padua genutzt haben.

Versetzung statt Berufsverbot

Der Ortsbischof von Padua soll nach Bekanntwerden des Skandals seine aktuelle Mission in Südamerika unterbrochen haben, um sich vor Ort um das Krisenmanagement zu kümmern und sprach von Scham und Schande. Die beiden beschuldigten Geistlichen wurden laut Presse-Informationen derweil strafversetzt, einer nach Trento und einer nach Kroatien. Ob dem wilden Treiben unter kirchlicher Aufsicht dadurch allerdings für immer Einhalt geboten wird, dürfte fraglich sein.

Katharina Haase

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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