„Hunderte Opfer gerettet“

Kinderporno-Ring: Auch Spuren nach Deutschland

Toronto/New York - Ein Kanadier soll über das Internet Kinderpornos auf der ganzen Welt verbreitet haben. Unter den Opfern sind auch deutsche Kinder, teilte die kanadische Polizei mit.

Bei einem in Kanada gesprengten Kinderpornoring mit Hunderten Opfern führen Spuren auch nach Deutschland. Der deutsche Kontaktmann der Ermittler in Toronto, die seit drei Jahren an dem Fall arbeiten, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag, der Vorgang sei hierzulande bekannt. Wenn etwas zu unternehmen sei, werde das geschehen. Details dazu gab es zunächst keine. Bei den internationalen Ermittlungen waren nach kanadischen Angaben 341 Verdächtige festgenommen worden - 386 Kinder wurden als Opfer identifiziert.

Die Polizei in Toronto hatte am Donnerstag mitgeteilt, unter den Opfern seien auch deutsche Kinder. Der Haupttäter habe Kontakte in die Bundesrepublik gehabt.

Die Kriminellen machten demnach vor allem in Rumänien und der Ukraine Fotos und Filme und verkauften sie zum Beispiel nach Amerika oder Australien, wie Joanna Beaven-Desjardins von der Polizei sagte.

Nach Angaben der Vereinten Nationen werden weltweit jährlich 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution und Pornografie gezwungen. Allein in Deutschland wurden 2012 laut Kriminalstatistik 3239 Fälle des Besitzes oder der Verschaffung von Kinderpornos registriert. Dazu kamen 2465 Fälle der Kinderporno-Verbreitung.

Der Kopf des in Kanada aufgedeckten Rings war laut Polizei ein 42-Jähriger aus Toronto. Er sei schon im Mai 2011 festgenommen worden. Es sei um Missbrauch ausschließlich von Jungen gegangen. Dafür habe er viele Leute bezahlt und sich selbst um den Vertrieb der Aufnahmen gekümmert.

Fahndern in mehr als 50 Ländern seien die Ermittlungsergebnisse der Operation „Spade“ (Spaten) zur Verfügung gestellt worden. Von den 341 Verdächtigen wurden allein in Kanada 108 festgenommen, in den USA 76, in Australien 65.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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