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„Golden Age“ – goldenes Zeitalter. So heißt das Kunstwerk von Ai Weiwei, anlässlich des Tags der Pressefreiheit.

Gewalt gegenüber Journalisten

Tag der Pressefreiheit: Ai Weiwei mahnt mit Kunstwerk

München - Ai Weiwei gilt als einer der bekanntesten Künstler der Welt. Anlässlich dieses Tages hat er ein Kunstwerk geschaffen. Es ist ein Mahnmal für die Pressefreiheit. Es lohnt sich, ganz genau hinzuschauen.

„Lügenpresse, Lügenpresse“, grölt die Menge aggressiv. Nicht nur montagabends ins Dresden. Sondern auch einmal die Woche am Odeonsplatz in München. Bundesweit haben im Zuge der fremden-, islam- oder asylfeindlichen Proteste auch die offen bekundeten Anfeindungen gegen die sogenannten „Staatsmedien der Merkel-Diktatur“ zugenommen.

Längst ist bei Kundgebungen wie denen der Pegida der Protest gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zur Fundamentalkritik am System geraten. Der Ton in diesem Land hat sich verschärft, vielerorts kippt die Stimmung.

Zwischen Seidenschals und goldenen Ketten

Heute am Tag der Pressefreiheit rufen zahlreiche Zeitungen, Magazine und Nachrichtenportale in Deutschland mit einem vom chinesischen Künstler Ai Weiwei gestalteten Kunstwerk zum Erhalt der Pressefreiheit auf. Das Werk des berühmten chinesischen Künstlers heißt: „Golden Age“, goldenes Zeitalter.

Der Künstler Ai Weiwei.

„Seidene Schals und goldene Ketten bilden in eine durchaus zweideutige kulturelle und traditionsbewusste Tapete, vor welchem ein engmaschiges Sicherheitsnetz uns vor uns selbst beschützt, während wir uns Kurznachrichten und Mikromitteilungen zurufen“, schreibt Prof. Martin Rennert, der Präsident der Universität der Künste in Berlin über das Kunstwerk.

Angriffe auf Journalisten: Verheerend

Mindestens elf tätliche Angriffe verzeichnete das Leipziger Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit schon in diesem Jahr in Deutschland. „Auf einmal sehen sich Journalisten und Politiker, die sich sonst wechselseitig beharken, gemeinsam einer Front von Wütenden gegenüber“, sagt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen.

Die Folge: Nicht nur Beschimpfungen nehmen zu. Auch die Gewalt gegen Journalisten. In einem dieser Fälle traf es die sächsische Landeskorrespondentin MDR, Ine Dippmann. Als sie in Leipzig bei der Jubiläumskundgebung den Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann mit dem Handy ablichten wollte, wurde ihr das Telefon aus der Hand geschlagen. „Und dann kam sehr schnell ein zweiter Schlag, der mich im Gesicht getroffen hat. Mit dem Handrücken auf die Wange“, erinnert sie sich. Und auch daran, wie fassungslos sie war.

Gewalt wird mancherorts alltäglich. Dieses Bild soll eine Mahnung sein, dass das nicht normal ist – und dass das verheerend ist.

mm/dpa

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