"Pride of America" im Hafenbecken gesunken

- Bremerhaven - Rund drei Monate vor seiner Fertigstellung ist das Kreuzfahrtschiff "Pride of America" in Bremerhaven nach einem massiven Wassereinbruch auf den Grund des Hafenbeckens gesunken. Möglicherweise durch stürmisches Wetter war das im Bau befindliche Schiff in der Nacht zum Mittwoch gegen die Pier gedrückt worden und in Schräglage geraten. Dabei wurden mindestens drei Werftarbeiter verletzt, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Die Höhe des Sachschadens war zunächst noch unklar.

 Der Neubau - ein 300 Millionen Euro schweres Projekt - sollte im April an die Reederei Norwegian Cruise Line abgeliefert werden.

Insgesamt hatten 14 Männer an Bord des Schiffes gearbeitet. Sie wurden über Leitern in Sicherheit gebracht. 100 Rettungskräfte suchten anschließend an Bord des Passagierschiffs nach möglichen Vermissten, weitere Menschen befanden sich nicht an Bord. Am Tag wurden Taucher eingesetzt, um die Ursache für den Wassereinbruch zu ergründen. Das Schiff liegt nach Polizeiangaben mit dem Rumpf auf dem Grund des Hafenbeckens.

Die untersten drei Decks, in denen sich die Maschinenanlage und die Schiffstechnik befinden, stehen voll Wasser.

Ob der Sturm für den Unfall verantwortlich war, war zunächst noch völlig unklar. "Es könnte auch ein Ventil gebrochen und das Schiff deshalb voll Wasser gelaufen sein", sagte ein Polizeisprecher. "Im Moment können wir nichts ausschließen." Nach dem Tauchereinsatz sollte versucht werden, das Wasser aus dem Schiff zu pumpen. Den Angaben zufolge hatte sich das Schiff an der Ausrüstungskaje der Werft langsam zur Seite geneigt und war dann abgesackt.

Über die Höhe des entstandenen Schadens konnten noch keine Angaben gemacht werden. Die knapp 300 Meter lange "Pride of America" wird seit Februar vergangenen Jahres auf der Lloyd Werft gebaut. Der Rumpf stammt aus den USA und sollte in Bremerhaven komplettiert werden. Dabei wurde das Schiff in den vergangenen Monaten um 25 Meter verlängert. Die "Pride of America" soll nach ihrer Fertigstellung rund 2200 Passagieren Platz bieten und vor allem durch amerikanische Gewässer kreuzen.

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