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Dürre in Italien erreicht „apokalyptisches“ Ausmaß – Landwirte suchen händeringend neue Lösungswege

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Von: Anna Lorenz

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Viel Sonne und kein Regen: Der Sommer in Italien ist für Landwirte heuer ein wahres Fiasko. Mit den Ernten stehen auch betriebliche Existenzen auf dem Spiel. Eine Branche denkt um.

Pavia – Die anhaltende Dürre in Italien lässt nicht nur die Bevölkerung unter der Sonne ächzen; vor allem die Landwirte leiden in existenzieller Hinsicht unter der anhaltenden Wasserknappheit. Der Direktor des Agrarverbands Confagricoltura von Pavia, Alberto Lasagna, hatte bereits Anfang Juli bei einer Versammlung betont, wie ernst die Lage aktuell sei und von „apokalyptischen Zuständen“ gesprochen, deren „Herd“ die Region Lomellina in der nördlichen Poebene sei.

Dürre in Italien: Landwirte teilen ihr Wissen

Mehr als drei Millarden Euro, so hoch beziffern die Landwirtschaftsverbände die bisherigen Schäden durch die momentanen Wetterverhältnisse in Italien. Während die Politik mit finanziellen Hilfspaketen und der geplanten Institution eines Dürre-Sonderkommissars ihren Beitrag leisten will, rücken nun auch die Landwirte selbst näher zusammen. Es sei „schlimm“, erklärte Davide Dornetti aus der Provinz Lodi im Interview mit ntv.de, „aber genau deswegen [müsse] man einen kühlen Kopf bewahren.“

Aus diesem Grund teilt der Landwirt seine Erfahrungen und Vorgehensweise im Kampf gegen die Dürre nun auf seinem YouTube-Kanal Agricoltura Innovativa. Dabei handele es sich um „etwas wirklich Neues, denn normalerweise halten die Landwirte ihre neuen Erkenntnisse strikt geheim.“

Dürre in Italien – Dürre in Deutschland: Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht?

Dürre in Italien: Verbandschef sieht Wasserkraftwerke in der Pflicht

Während einige Landwirte in Anbau oder Bewässerung bereits vorausschauende Vorkehrungen für einen regenarmen Sommer getroffen haben, spricht sich Lasagna ntv.de gegenüber für „eine Bestandsaufnahme der Staudämme“ und „wie viel Wasser daraus abgeleitet werden kann“ aus, „um vielleicht noch einen Teil der Felder zu retten“.

Der Notstand, der mittlerweile in einigen Regionen herrscht, brachte die italienischen Behörden bereits dazu, den Gardasee anzuzapfen, um den Auswirkungen der Trockenheit entgegenzuwirken. Aber auch Wasserkraftwerke müssten den Landwirten zu Hilfe kommen, so Lasagna, indem „ein Teil des Wassers für die Landwirtschaft abgezweigt wird - und zwar sofort.“ Ob der Dürre-Sonderkommissar entsprechende Hebel in Bewegung setzen wird, bleibt indes abzuwarten. (askl)

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