Minderjährige Stricher

Prostitutionsring für Priester aufgeflogen

Rom - Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt laut italienischer Medien gegen einen mutmaßlichen Prostitutionsring, der katholischen Priestern minderjährige Stricher zugeführt haben soll.

Der italienische Privatsender La7 hatte am Dienstagabend berichtet, ein wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilter ehemaliger Pfarrer habe der Polizei die Namen von neun Geistlichen genannt, die sich in der Rom regelmäßig mit minderjährigen männlichen Prostituierten getroffen haben sollen.

Organisiert haben soll die Zusammenkünfte laut einem Bericht der Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwoch) ein ehemaliger Polizist. Unter den von dem früheren Pfarrer Genannten seien einfache Pfarrgeistliche, aber auch ranghohe Prälaten, schreibt die Zeitung. Bislang richteten sich die Ermittlungen gegen drei Personen, so der „Corriere“. Darunter sei allerdings kein Priester.

Jorge Mario Bergoglio ist Papst Franziskus

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Der Kardinalvikar des Bistums Rom, Agostino Vallini, wies entsprechende Anschuldigungen eines vom Dienst suspendierten Priesters umgehend zurück. Hier würden Informationen verbreitet, die jeder Grundlage entbehrten, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.

Vallini äußerte die Vermutung, der suspendierte Geistliche verbreite aus Rache oder persönlichen Ressentiments heraus die Unwahrheit. Zugleich verurteilte der Kardinal die Berichterstattung, die die journalistischen Kriterien von Redlichkeit und Objektivität vermissen ließen. Es gehe offenbar darum, „die Kirche und ihre Diener zu diskreditieren“. Er habe volles Vertrauen in die Justiz, fügte der Kardinalvikar hinzu. Die Behauptungen würden sich als wahrheitswidrig herausstellen.

Papst Franziskus hat kürzlich in einer privaten Audienz erstmals bestätigt, dass es im Vatikan eine Schwulen-Lobby und Korruption gibt.

kna

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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