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In Charlotte wurde inzwischen der Notstand ausgerufen, zudem wurde am Donnerstagabend eine Ausgangssperre verhängt.

Chaos in der US-Stadt

Proteste in Charlotte: Bürgermeisterin verhängt Ausgangssperre

Charlotte - Nach erneuten Demonstrationen, wurde am Donnerstagabend eine Ausgangsperre verhängt. Der Mann, der während Demonstrationen angeschossen wurde, erlag seinen Verletzungen.

Nach dem Tod eines Afroamerikaners in der US-Großstadt Charlotte fordert die Familie des Toten die Veröffentlichung von Videoaufnahmen des Vorfalls. Die Angehörigen hätten die Aufzeichnungen am Donnerstag zu sehen bekommen, teilten die Anwälte der Familie mit. Um Transparenz zu schaffen, müsse die Polizei diese nun auch öffentlich machen.

Der 43-jährige Keith Lamont Scott war am Dienstag von einem Polizisten erschossen worden. Über den Vorfall gibt es unterschiedliche Darstellungen. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden hatten Polizisten bei einer Fahndung auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen. Nach mehrfacher Aufforderung sei dieser ausgestiegen, habe Polizisten bedroht und sei erschossen worden. Neben ihm sei eine Waffe gefunden worden, sagte Polizeichef Kerr Putney.

Die Schwester des Getöteten sagte dagegen, ihr Bruder sei unbewaffnet gewesen. Die Anwälte erklärten, auf den Videos könne man nicht erkennen, ob Scott überhaupt etwas in der Hand gehalten habe. „Seine Hände waren an seiner Seite, und er ist langsam rückwärts gegangen, als er getroffen und getötet wurde“, hieß es in der Stellungnahme.

Weiterer Fall von Polizeigewalt: Polizistin wird formell wegen Totschlags angeklagt

Bei den Schüssen auf einen weiteren Afro-Amerikaner in der Stadt Tulsa wurde die Polizistin, die die tödlichen Schüsse abgab, formell des Totschlags beschuldigt. Gegen die Beamtin sei Haftbefehl erlassen worden, erklärte Staatsanwalt Steve Kunzweiler am Donnerstag in Tulsa.

Der Polizistin wird vorgeworfen, am vergangenen Freitag auf einer Straße in Tulsa den 40-jährigen Schwarzen Terence Crutcher erschossen zu haben. Der Vorfall war von Polizeikameras aufgezeichnet worden. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mann mit erhobenen Händen an seinem Auto lehnt - es sieht so aus, als kooperiere er mit den Beamten. Dann trifft ihn der Schuss einer Polizistin, er stürzt zu Boden, woraufhin ein weiterer Polizist eine Betäubungswaffe abfeuert.

Laut Ermittlungsunterlagen gab die Polizeibeamtin an, sie habe sich von Crutcher bedroht gefühlt - obwohl dieser keine Waffe trug und sich auch in seinem Auto keine Waffe befand.

Angeschossener Demonstrant erliegt seinen Verletzungen

Der Mann, der bei einer Demonstration in der US-Stadt Charlotte angeschossen wurde, ist tot. Der 26-Jährige sei am Donnerstag im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, berichtete die Zeitung „Charlotte Observer“ unter Berufung auf die Polizei.

In der Stadt im Bundesstaat North Carolina waren in der Nacht zum Donnerstag hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse zu protestieren. Es kam zu Zusammenstößen, die Polizei setzte Tränengas ein. Eine Kugel traf den 26-Jährigen in den Kopf. Nach Angaben der Behörden war es aber nicht die Polizei, die auf ihn geschossen hatte.

Nach den erneuen Protesten in Charlotte hat Bürgermeisterin Jennifer Roberts am Donnerstagabend eine Ausgangssperre verhängt. Die Maßnahme sollte um Mitternacht (Ortszeit/6.00 Uhr MESZ) in Kraft treten und bis 6.00 Uhr morgens gelten, wie die Stadt im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Der Gouverneur Pat McCrory hatte den Ausnahmezustand über der Stadt in North Carolina verhängt. Die Nationalgarde war im Einsatz.

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA schlagen in Gewalt um

dpa

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