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Mit einem Video protestieren Redaktuere des ORF gegen die Leitung des Senders.

Protestvideo: Redakteure stellen sich gegen ORF

Wien - Mit einer spektakulären Aktion haben sich prominente Redakteure des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF in Österreich gegen die Leitung des Senders gestellt. Sehen Sie hier das Protestvideo:

55 Journalisten der aktuellen Nachrichtenredaktion werfen der Senderführung unter Generaldirektor Alexander Wrabetz in einem Internetvideo vor, „parteipolitisch motiviert“ zu agieren. „Der ORF gehört nicht den Parteien“, erklären die Journalisten in ihrem Video, das bei der Plattform YouTube zu sehen ist.

Hintergrund ist eine Personalentscheidung. ORF-Chef Wrabetz will Nikolaus Pelinka, der dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Werner Faymann nahe steht, zu seinem Büroleiter machen. Pelinka koordinierte früher den sozialdemokratischen „Freundeskreis“ im ORF-Stiftungsrat, dem parteipolitisch besetzten Aufsichtsgremium des Senders.

In dem Video verlesen die ORF-Redakteure einen Text, in dem sie der ORF-Führung vorwerfen, die Unabhängigkeit des Senders zu gefährden. „Die Unabhängigkeit (...) lassen wir uns nicht nehmen, weder durch parteipolitische Wünsche noch durch die offenkundige Bereitschaft der ORF-Geschäftsführung, solche Wünsche zu erfüllen“, erklären die Journalisten - allesamt bekannte Namen und profilierte Redakteure.

Generaldirektor Wrabetz hielt in einer Stellungnahme fest, der ORF habe sich unter seiner Leitung „in den vergangenen Jahren stark zum Positiven verändert, was journalistische Freiheit, interne Diskursfähigkeit und Konfliktkultur betrifft“. Dies werde auch jetzt von allen Kritikern zugestanden. „Dazu stehe ich und darauf bin ich auch stolz. Damit muss ich jetzt auch umgehen“, erklärte Wrabetz. „Den Konflikt werden wir intern lösen und nicht über andere Medien.“

Der Streit im ORF tobt bereits seit mehreren Wochen. Der Betriebsrat hat eine arbeitsrechtliche Klage angekündigt, da die Zusage bekanntgeworden war, bevor die Stelle ausgeschrieben wurde. Das Video verzeichnete am Mittwoch bereits mehr als 400 000 Zugriffe.

dpa

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