Prozess: Freundin wegen Trabi beim Sex getötet

Görlitz - Ein 23-Jähriger soll seine Ex-Freundin beim Sex getötet haben, um an ihren Trabi zu kommen. Nun steht er in Görlitz vor Gericht. Die Leiche wollte er auf grausame Weise entsorgen.

Er soll seine Ex-Freundin beim Liebesspiel getötet haben, um an ihren Trabi zu kommen - nun steht der 23-Jährige in Görlitz vor Gericht. Der Mann aus Rosenbach in Ostsachsen muss sich seit Mittwoch wegen Mordes verantworten. Die Anklageschrift ist lang: Dem gelernten Tischler werden Heimtücke, Habgier und außerdem noch Urkundenfälschung vorgeworfen. Nach dem Tod der Frau habe er deren Unterschrift unter den Kaufvertrag für das Auto gesetzt, heißt es in der Anklage.

Zum Prozessauftakt erschien der Angeklagte vermummt mit einer Mütze, die nur die Augen freiließ. Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht. Der Anwalt des Mannes kündigte jedoch an, sein Mandant werde sich verteidigen. Das Verfahren sei ein “reiner Indizienprozess“.

Die Getötete, eine 20 Jahre alte Verkäuferin, soll dem Beschuldigten laut Anklage ursprünglich versprochen haben, ihm ihren Trabant zu verkaufen. Sie überlegte es sich jedoch anders, was der frühere Partner nicht hinnehmen wollte. Das Paar hatte sich eigentlich getrennt, traf sich aber trotzdem noch gelegentlich zum Sex.

Der Angeklagte soll daher einen hinterlistigen Plan gefasst haben: Am 20. August 2009 verwickelte er die junge Frau in ein Liebesspiel, um sie dabei zu töten. Sie habe auf dem Bauch gelegen und nicht mit einer Attacke gerechnet, als sie mit einem Kissen erstickt worden sei. Der Mann habe ihren wehrlosen Zustand ausgenutzt, sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu.

Die Leiche der Frau entdeckten Spaziergänger später in einem Steinbruch im ostsächsischen Herwigsdorf. Der nackte Frauenkörper war teilweise in einem Fass einbetoniert. Bei der Beseitigung weiterer Spuren half dem Angeklagten laut Staatsanwaltschaft ein gleichaltriger Komplize, der nun mit ihm in Görlitz vor Gericht steht. So ließen sie zusammen das Auto verschwinden, mit dem die Frau zu dem verhängnisvollen Treffen mit ihrem Ex-Freund gekommen war.

Dem Mitangeklagten wird Strafvereitelung mit Unterschlagung vorgeworfen. Auch er schwieg zum Prozessbeginn. Als Nebenklägerin saß die Mutter der Toten im Gerichtssaal. Sechs Verhandlungstage sind bis zum 10. Juni angesetzt. Die Schwurgerichtskammer will 23 Zeugen und zwei Sachverständige hören.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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