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Die angeklagten Eltern schwiegen bei Gericht zu den Vorwürfen.

Eltern schweigen

Prozess um toten Säugling in Messie-Wohnung

Erfurt - In einer völlig verdreckten, stinkenden Wohnung starb im vergangenen Sommer die 14 Monate alte Lucy-Celine. Seit Donnerstag stehen die Eltern des Kleinkinds vor Gericht.

Beißender Gestank, dreckige Kleidung, kein Essen, kein Spielzeug: So beschreiben Ermittler die Wohnung, in der im vergangenen Sommer in Erfurt der Säugling an Überhitzung starb. Den Eltern werden Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vergeworfen.

Stundenlang hatte Lucy-Celine damals laut Staatsanwaltschaft allein in ihrem Zimmer im Dachgeschoss gelegen - bei Temperaturen von über 30 Grad. Die Hitze staute sich derart auf, dass das Mädchen schließlich starb, bevor die Mutter zurückkam und Alarm schlug.

Die Staatsanwälte, die an jenem Tag Dienstbereitschaft hatten, schilderten in der Zeugenvernehmung, welche Eindrücke sie von der Wohnung hatten. Bereits am Hauseingang habe es „bestialisch“ gestunken. Der Geruch sei immer intensiver geworden, je näher man der Wohnung im dritten Stock gekommen sei. Alle Räume seien dreckig gewesen, der Boden habe geklebt. Essen im Kühlschrank oder gar Kinderspielzeug seien nicht gefunden worden. Das zweite Kind der Angeklagten - ein zwei Jahre alter Junge - war einem Gerichtssprecher zufolge dem Jugendamt übergeben worden.

Sowohl die 22 Jahre alte Mutter als auch der 29 Jahre alte Vater schwiegen dazu nach der Verlesung der Anklage. Der Prozess soll am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.

dpa

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