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Spezialisten der Polizei im November 2013 im sächsischen Reichenau bei der Spurensuche.

Bizarre Fantasie: Er wollte gegessen werden

Kannibalen-Prozess geht zu Ende

Dresden - Der Fall hat im November 2013 schockiert: Ein Kriminalist zerstückelt die Leiche eines Geschäftsmannes aus Hannover. Der träumte davon, geschlachtet und gegessen zu werden. War es Mord?

Die Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts will heute das Urteil im Fall Gimmlitztal verkünden. Damit geht nach 20 Verhandlungstagen ein spektakulärer Prozess zu Ende. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass ein sächsischer Kriminalbeamter am 4. November 2013 einen 59-jährigen Geschäftsmann aus Hannover getötet, dessen Leiche zerstückelt und die Teile vergraben hat. Der 57 Jahre alte Angeklagte indes besteht darauf, dass er dem Geschäftsmann nur geholfen habe zu sterben. Die Frage ist, ob die Richter ihm glauben oder nicht. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Männer verabredeten sich im Kannibalen-Chat

Die Männer und ihre bizarren Fantasien waren im Oktober 2013 in einem "Kannibalen"-Forum im Internet aufeinandergestoßen: Der eine suchte seit Jahren nach jemandem, der ihn schlachtet und verspeist, der andere träumte vom Zerstückeln einer Leiche. Am 4. November fuhr der Hannoveraner Geschäftsmann mit dem Bus gen Süden, vier Wochen später wurden seine Überreste hinter der Pension des Angeklagten im Gimmlitztal bei Reichenau (Osterzgebirge) gefunden. Die Staatsanwaltschaft vermutet sexuelle Motive.

Todesursache ist unklar

Bei seiner Festnahme Ende November 2013 hatte der Kriminalbeamte noch behauptet, dem Opfer die Kehle durchschnitten zu haben. Später widerrief er dieses Geständnis. Er hat das Geschehen im Keller zwar gefilmt. Das gelöschte und von den Ermittlern rekonstruierte Video zeigt aber nicht, wie der 59-Jährige zu Tode kam. Die Todesursache ist unklar, laut Rechtsmedizin erstickte oder verblutete er.

Die Schwurgerichtskammer befragte insgesamt fünf Sachverständige und 23 Zeugen, die teilweise Einblick in eine makabre Welt der Perversion und sexueller Rollenspiele gaben. Gutachter sahen bei dem Angeklagten keine psychische Störung, jedoch narzisstische Züge und eine unstillbare sexuelle Erfahrungssuche. Ein Mörder sei er nicht, betonte der Polizist.

dpa

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