+
Porno-Darstellerin und Webcam-Girl Natalie Hot kommt zu ihrem Prozess vor dem Verwaltungsgericht in München.

Porno-Girl klagt gegen Bayern

Ist erotisches Chatten Tele-Arbeit?

München - Eine junge Frau zieht sich vor der Webcam aus, verdient mit erotischen Chat-Gesprächen ihr Geld - und hat damit nicht nur viele Nachbarn, sondern auch die Behörden gegen sich.

Vor dem Verwaltungsgericht München klagt die 24-Jährige nun gegen den Freistaat Bayern, weil das Landratsamt Mühldorf am Inn ihr die Einrichtung eines "Darstellungs- und Schaustellerzimmers" in ihrem Wohnhaus sowie die gewerbliche Nutzung des Hauses untersagt hat. Das Urteil wird nach der mündlichen Verhandlung erst am Donnerstag bekanntgegeben, eine Tendenz hat das Gericht aber schon ausgesprochen.

Der Streit erhitzt die Gemüter im oberbayerischen Ampfing, einer 6000-Einwohner-Gemeinde, wo "Natalie Hot" mit ihrem Ehemann und einer weiteren Darstellerin in einem Einfamilienhaus lebt. Weil dort laut Bebauungsplan nur Wohnen erlaubt ist, hatte die Frau einen Antrag auf Nutzungsänderung gestellt, den das Landratsamt per offiziellem Bescheid ablehnte. Zugleich verbot ihr die Behörde unter Androhung eines Zwangsgeldes von 2000 Euro, in dem Haus eine gewerbliche Tätigkeit auszuüben.

Dagegen hat "Natalie Hot" nun geklagt und argumentiert, ihre Arbeit sei mit Tele-Arbeit oder Home-Office vergleichbar und benötige daher keine Gewerbegenehmigung. Das Gericht sieht das offenbar anders. Die Vorsitzende Richterin Andrea Breit sagte, eine Diskussion der Kammermitglieder habe ergeben, "dass wir in Richtung einer sonstigen gewerbliche Tätigkeit tendieren und das Ganze nicht mehr als vom Wohnen mitumfasst betrachten". Offen blieb, ob die Darstellerin in einem gewissen Umfang dennoch weiterarbeiten kann. 

Das Urteil wird den Prozessbeteiligten am Donnerstag zugänglich gemacht.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vier Tote bei Kollision von Hubschrauber und Flugzeug
Ein Rettungshubschrauber und ein Sportflugzeug krachen ineinander. Alle vier Insassen sterben, sie hatten keine Chance. Die Unglücksursache ist offen.
Vier Tote bei Kollision von Hubschrauber und Flugzeug
Raser in skurrilem Gefährt: Rollstuhl-Fahrer mit 50 km/h unterwegs - Polizei muss ihn stoppen
So einen Raser hat die Polizei im rheinischen Wesel noch nie gestoppt: Mit einem frisierten Elektro-Rollstuhl kurvte ein 65-Jähriger am Bahnhof der Stadt herum - mit 50 …
Raser in skurrilem Gefährt: Rollstuhl-Fahrer mit 50 km/h unterwegs - Polizei muss ihn stoppen
Bluttat an Gesamtschule: Polizei nennt Details zu Opfer und Täter
Drama im nordrhein-westfälischen Lünen: Am Dienstagmorgen soll ein 15-Jähriger einen Mitschüler (14) an einer Gesamtschule getötet haben. Die Hintergründe sind noch …
Bluttat an Gesamtschule: Polizei nennt Details zu Opfer und Täter
Grausames Verbrechen? Vater soll dreijährige Tochter getötet haben
Ein 35 Jahre alter Vater aus Dresden soll seine dreijährige Tochter getötet haben. Das Kind war tot in der Wohnung des Mannes in Dresden-Gorbitz gefunden worden.
Grausames Verbrechen? Vater soll dreijährige Tochter getötet haben

Kommentare