Prozess

Zerstückelte Leiche: Ex-Frau des Opfers ahnungslos

Dresden - Im Mordprozess um die zerstückelte Leiche im Gimmlitztal in Sachsen hat die Ex-Frau den getöteten Geschäftsmann aus Hannover als notorischen Lügner beschrieben.

Er habe seine Ziele mit großer Penetranz verfolgt, sagte die 55-Jährige am Mittwoch vor dem Dresdner Landgericht. Von der dunklen Obsession des aus Polen stammenden Speditionskaufmanns, geschlachtet und verspeist zu werden, habe sie nichts gewusst. Gewalttätig sei der 59-Jährige nicht gewesen.

Der Geschäftsmann und der angeklagte Hauptkommissar, der das Opfer getötet, die Leiche zerstückelt und im Garten seiner Pension im Erzgebirge vergraben haben soll, hatten sich 2013 in einem Kannibalen-Forum im Internet verabredet. Offenbar hat der Getötete bereits früher auf diesem Weg versucht, seine Fantasien zu erfüllen.

Er und seine Ex-Frau hatten sich 1979 beim Studium in Danzig kennengelernt und im gleichen Jahr geheiratet. Ein Jahr später kam der gemeinsame Sohn zur Welt. 1983 erhielt die Familie in Deutschland Asyl. 1984 habe sich das Paar getrennt. Ihr Mann sei notorisch fremdgegangen, sagte die Frau. Ein weiterer Grund für die Trennung sei seine „Perversion“ gewesen, zu der die Zeugin jedoch nur in nichtöffentlicher Sitzung Angaben machte.

Vor Gericht wurde auch ein Chat-Protokoll vom Juni 2011 verlesen - ebenfalls von einem Kannibalen-Forum. Der Prozess wegen Mordes und Störung der Totenruhe läuft seit dem 22. August.

dpa

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