Die Aktionskünstlerin Maria Aljochina von der russischen Punkband Pussy Riot tritt im Kulturzentrum DasHaus auf. Foto: Uwe Anspach
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Die Aktionskünstlerin Maria Aljochina von der russischen Punkband Pussy Riot tritt im Kulturzentrum DasHaus auf. Foto: Uwe Anspach

Aktionskünstlerin

Pussy Riot: Putin führt unsichtbaren Krieg gegen das Volk

Ludwigshafen (dpa) - Die Aktionskünstlerin Maria Aljochina von der russischen Punkband Pussy Riot hat Kremlchef Wladimir Putin scharf kritisiert.

"Putin und der (Inlandsgeheimdienst) FSB führen einen unsichtbaren Krieg gegen ihr eigenes Volk", sagte Aljochina am Rande eines Auftritts in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz). Der Kreml begegne seinen Gegnern mit purem Hass, und wer in Russland offen europäische Werte vertrete, sei für die Regierung ein Staatsfeind. "Viele Menschen haben Angst, offen zu sprechen. Aber echte Macht basiert nicht auf Angst", sagte die 30-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Aljochina war 2012 nach einem Protest im zentralen Gotteshaus Moskaus wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Der Prozess gegen sie und zwei Mitstreiterinnen war international kritisiert worden. Aljochina kam Ende 2013 frei.

"Ich bin froh, dass wir diese Aktion gemacht haben, und ich bedauere sie nicht", sagte sie nun. Die Lage in Russland habe sich seitdem etwa durch die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verschärft. "Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine herrscht eine soziale und wirtschaftliche Krise", sagte Aljochina. Als Folge der angespannten Lage sehe sie etwa die Ermordung des Kremlkritikers Boris Nemzow.

Putins Popularität basiere auch auf den Staatsmedien, sagte Aljochina. "Gib der Opposition einen Monat lang einen landesweiten Fernsehsender, und du siehst ein anderes Russland und die echte Unterstützung für Putin." In offiziellen Medien würden die Bandmitglieder von Pussy Riot als Staatsfeinde bezeichnet. "Aber nicht nur wir - alle Aktivisten oder Oppositionellen", sagte sie in Ludwigshafen. Im Kulturzentrum "das Haus" verabschiedeten rund 340 Zuschauer die Band mit viel Applaus.

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