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„Aktion Traumbusen“

Radiosender stoppt „Bayerns unmoralischstes Gewinnspiel“

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Ingolstadt - Mit der Verlosung einer Busen-Operation wollte Radio Galaxy für einen lokalen Schönheitschirurgen werben. Jetzt wurde „Bayerns unmoralischstes Gewinnspiel” vom Sender selbst gestoppt.

Bis zum 17. Februar sollte die Aktion mit dem Titel “Radio Galaxy Traumbusen: Bayerns unmoralischstes Gewinnspiel” noch laufen. Der Gewinnerin sollte eine Brustvergrößerungs-OP im Wert von 5000 Euro finanziert werden. Dazu mussten die Bewerberinnen unter anderem drei Bilder ihres Busens mitschicken. 

Das Ganze galt als Sales-Promotion eines kosmetischen Chirurgen mit Sitz in Ingolstadt. Dieser sollte auch persönlich die glückliche Gewinnerin auswählen.

Verstoß gegen geltende Richtlinien

Bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), der öffentlich-rechtlichen Trägerschaft des Senders, sorgte das Gewinnspiel aber schon bald für Unmut und es wurde eine Überprüfung in Hinblick auf einen Verstoß der Werberichtlinien angeregt.

Tatsächlich verstößt die Aktion gegen §11 Abs.1 Satz 1 Nr.13 des Heilmittelgesetzes. Dort heißt es: „Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden (...) (13) mit Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, deren Ergebnis vom Zufall abhängig ist, sofern diese Maßnahmen oder Verfahren einer unzweckmäßigen oder übermäßigen Verwendung von Arzneimitteln Vorschub leisten.“

Nach Bekanntwerden der Überprüfung durch die BLM, stoppte Radio Galaxy Ingolstadt das Gewinnspiel sofort. Auf Facebook ließ der Sender verlauten:  „Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen und wegen des Verstoßes gegen §11 Abs.1 Satz 1 Nr.13 des Heilmittelgesetzes (HWG) beendet Radio Galaxy Ingolstadt das Gewinnspiel “Der Radio Galaxy Traumbusen”. Alle bisher eingegangen Bewerbungen werden gelöscht.“

Sorge um mögliche Jugendgefährdung

Doch nicht nur das Werbegesetz erwies sich als problematisch. BLM-Pressesprecher Wolfgang Flieger betonte in einer Stellungnahme vor allem seine Sorge der Jugendgefährdung durch ein solches Gewinnspiel. Vor dem Spiel-Stop durch den Sender verwies er in einer Stellungnahme gegenüber dem Portal Radioszene vor allem auch auf die Jugendgefährdung, die von einem solchen Gewinnspiel ausgehen kann. “Möglicherweise liegt eine Entwicklungsbeeinträchtigung vor, in dem Sinne, dass die Botschaft ein restriktives Schönheitsideal propagiert, für das gerade die Zielgruppe eines Jugendsenders empfänglich ist. Wir müssen das weiter überprüfen, vor allem auch was das Zusammenspiel zwischen on air und online angeht.”

Katharina Haase

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