Tier-Tragödie an US-Ostküste

Rätsel um Delfinsterben gelöst

Miami - Hunderte Delfine wurden seit Juli an die US-Atlantikküste gespült, die meisten davon tot. Forscher haben nun herausgefunden, warum die Tiere starben.

Hinter dem mysteriösen Delfinsterben vor der US-Ostküste steckt offenbar ein Virus. "Wir gehen von einem Morbillivirus-Ausbruch aus", sagte die Expertin Teri Rowles vom nationalen Meeresinstitut NOAA am Dienstag. Der masernähnliche Krankheitserreger befällt Lunge und Gehirn und kann zu Lungenentzündungen und Verhaltensstörungen führen; oft endet eine Erkrankung tödlich. Seit Anfang Juli wurden 333 Große Tümmler an die US-Ostküste gespült, die meisten waren bereits tot.

Bei 32 der 33 untersuchten Kadaver wurde laut Rowles ein Morbillivirus-Befall bestätigt oder galt als wahrscheinlich. Nach Einschätzung der Expertin könnte sich das Virus weiter verbreiten und das Delfinsterben bis Frühling 2014 andauern. Sie warnte, es könnten noch mehr Tiere sterben als beim letzten Morbillivirus-Ausbruch vor der US-Atlantikküste in den 80er Jahren: Zwischen 1987 und 1988 waren mehr als 740 Delfine verendet.

Wie es zu dem Virusbefall der Großen Tümmler kam, ist noch unklar. Forscher vermuten, dass die Delfine mit infizierten Meerestieren in Kontakt gekommen sein könnten, die im Gegensatz zu ihnen aber gegen das Virus immun sind. Laut Experten gibt es keine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus in der freien Wildbahn aufzuhalten. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass sich der Krankheitserreger auf den Menschen überträgt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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