+
Symbolfoto eines Radioteleskops.

Neues Teleskop könnte Aufklärung bringen

"Außergewöhnlich": Rätsel um mysteriöse Signale aus dem All

Berlin - Seit mehreren Jahren rätseln Astronomen über den Ursprung energiereicher Signale aus dem All. Woher kommen sie? Das neue kanadische Radioteleskop "Chime" könnte bei der Aufklärung helfen.

Sie sind so energiereich wie 500 Millionen Sonnen und scheinen weder irdisch zu sein noch aus der Milchstraße zu kommen: Seit Jahren rätseln Astronomen, woher kurze Radioimpulse kommen, die sie auf der Erde entdeckt haben.  

Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, könnte diese Rätsel jetzt gelöst werden - mit Hilfe des kanadischen Radioteleskops "Chime", das 2017 in Betrieb geht.

2009 hatte der Astronom Duncan Lorimer das außergewöhnliche Signal von fünf Millisekunden Dauer erstmals in den Archivdaten des Parkes-Radioteleskops in Australien gefunden. Für gewöhnlich erzeugen schnell rotierende Neutronensterne im All kurze Radioimpulse, die als gebündelter Strahl von Radioteleskopen empfangen werden, wenn er die Erde streift. Jedoch müsste sich ein solches Signal mit jeder Drehung des Sterns wiederholen. In dieses Schema passte Lorimers Entdeckung nicht, denn es blieb einzigartig - zunächst. 

"Es schien sich um etwas ziemlich Außergewöhnliches zu handeln"

Dass es aus dem All stammen musste, schien jedoch klar: Die niedrigen Frequenzen des Signals trafen später ein als die hohen; eine typische Streuung, wenn Radiostrahlen im All Gaswolken durchqueren. Anhand dessen errechneten Lorimer und ein Kollege, von wie weit weg der Radioimpuls kommen musste. Er musste mehrere Milliarden Lichtjahre durchquert haben. Bei der Entfernung müsse in wenigen Millisekunden eine Energie von 500 Millionen Sonnen freigesetzt worden sein, errechneten die Wissenschaftler. "Es schien sich also um etwas ziemlich Außergewöhnliches zu handeln", zitiert der "Tagesspiegel" Lorimer.

Inzwischen haben auch andere Observatorien ähnliche Radiosignale registriert wie das von Lorimer. Hochgerechnet müssten laut Tagesspiegel irgendwo auf der Welt alle zehn Sekunden ein solcher Radioblitz aufleuchten.

Könnten Außerirdische hinter den Signalen stecken? Das wird nun von manchen spekuliert. Laut "Tagesspiegel" halten die Forscher aber für wahrscheinlich, dass die Radioblitze von Neutronensterne mit extrem starken Magnetfeldern stammen.

Mit seinen jeweils 100 Meter langen Antennen könnte "Chime" ab 2017 helfen, das Rätsel endgültig zu lösen.

kf

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Breitbart“ entschuldigt sich für Podolski-Foto als Flüchtling
Was haben ein gutgelaunter Lukas Podolski auf einem Jetski und die Schleuserkriminalität in Spanien miteinander zu tun? Richtig, gar nichts. Nicht jedoch, wenn es nach …
„Breitbart“ entschuldigt sich für Podolski-Foto als Flüchtling
USA fiebern der totalen Sonnenfinsternis entgegen
Die "Große Amerikanische Finsternis" macht am Montag für wenige Minuten in Teilen der USA den hellen Tag zur Nacht. Millionen fiebern der „Great American Eclipse“ …
USA fiebern der totalen Sonnenfinsternis entgegen
Zugverkehr nach Brandanschlägen noch immer eingeschränkt
Nach den gelegten Bränden an zwei Bahnhöfen fahren die Züge von Berlin nach Hamburg wieder planmäßig. Probleme gibt es aber weiter zwischen Berlin und Hannover.
Zugverkehr nach Brandanschlägen noch immer eingeschränkt
Beim Zugverkehr Berlin-Hannover gibt es weiter Probleme
Bahn-Reisende auf der Strecke Berlin-Hannover müssen sich nach den Brandanschlägen an zwei Bahnhöfen am Wochenende auch zu Wochenbeginn noch auf Probleme einstellen. 
Beim Zugverkehr Berlin-Hannover gibt es weiter Probleme

Kommentare