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Lebensgroße Kleinkind-Puppen wie diese verbreiten derzeit in Düsseldorf Angst.

Wer steckt dahinter?

Rätselraten um Grusel-Puppen in Düsseldorf

Düsseldorf - Verzweifelte Kleinkinder - mutterseelenallein. Doch die 60 Zentimeter kleinen Gestalten am Straßenrand sind bloß Puppen. Ganz Deutschland rätselt über die Grusel-Szenarien in Düsseldorf.

Das weinende Kleinkind ist ganz allein. Es lehnt an einem Pfahl. Mit den Armen verdeckt es sein Gesicht, es scheint verzweifelt. Autos rasen gefährlich nah vorbei, von den Eltern weit und breit keine Spur. Nur wer nah herangeht und nachschaut, der merkt: Das hilflose Kind ist eine Puppe.

Als kürzlich Fotos der herzzerreißenden Szenarien mit den 60 Zentimeter großen Gestalten in Düsseldorf in der lokalen offenen Facebook-Gruppe „Nett-Werk“ erschienen, waren sie bald bundesweit Gesprächsthema. Wer dahinter steckt, darüber wird inzwischen bundesweit gerätselt.

Polizei ist ratlos

Selbst die Stadtverwaltung ist ratlos: „Wir haben uns natürlich umgehört - beim Ordnungsamt und bei der Stadtreinigung: Keiner weiß etwas“, berichtet ein Sprecher. Schulterzucken auch bei der Polizei, deren Sprecher jedoch betont: „Das ist kein Thema, um das wir uns kümmern müssten."

Sicher ist: Die Puppen waren vor Jahren als „Schäm-Dich-Puppen“ im Online-Versand zu erwerben. So täuschend echt sie im Straßenbild wirken - sie haben kein Gesicht, nur einen aufgemalten Mund. Einzelne Puppen werden hin und wieder auf Ebay angeboten.

Wer steckt hinter dem Spuk?

Im Internet und in Zeitungen schießen die Spekulationen und Theorien ins Kraut:

Spaßvögel:Ein Zeitungsleser berichtet dem „Express“ von einem schwarz gekleideten Mann. Dieser habe ihn beobachtet, als er sich der Puppe näherte, um nach dem Rechten zu sehen. Der „Bild“-Zeitung berichten Leser, dass eine Puppe sogar - besonders makaber - auf einem Friedhof neben einen Abfallbehälter gelegt wurde.

Kunst-Aktion: Düsseldorf ist eine Hochburg der Straßenkunst. Mehr oder weniger ambitionierte Graffiti-Sprayer und Initiativen wie „Farbfieber“ sind in der Stadt ebenso unterwegs wie die „Strick-Guerilla“, die Geländer und Pfosten mit Selbstgestricktem verschönert. Auch Harald Naegeli (75), der berühmte „Sprayer von Zürich“, ist längst ein Sprayer von Düsseldorf. Sind die Puppen Performance-Kunst - etwa eine temporäre Installation von Studenten der berühmten Düsseldorfer Kunst-Akademie? Bislang hat sich niemand dazu bekannt.

Wissenschaftliches Experiment: Testen Psychologen mit den Puppen das Mitleid und die Hilfsbereitschaft der Stadtbevölkerung? Zählen sie heimlich, wie viele Passanten das „Kind“ seinem Schicksal überlassen? In dem Fall dürfte die Studie wohl noch andauern, denn bekanntgemacht wurde sie bislang nicht.

dpa

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