Raketen-Fehlstart

Satellit verglüht bei Raumfahrtpanne

Baikonur - Wenige Tage vor dem Flug des Deutschen Alexander Gerst ins All hat sich am kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ein verlustreicher Fehlstart ereignet.

Eine russische Proton-Rakete mit einem Satelliten an Bord sei kurz nach dem Start über China verglüht, wie der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Oleg Ostapenko, am Freitag der Agentur Itar-Tass mitteilte. Am 28. Mai startet Gerst von Baikonur aus zur Internationalen Raumstation ISS, allerdings mit einer Sojus-Rakete und nicht mit einer Proton.

Die Proton sollte den sechs Tonnen schweren Satelliten „Express-AM4P“ aus der Produktion der Airbus-Tochter Astrium ins All bringen. Ein Triebwerk der Trägerrakete habe in 161 Kilometer Höhe aus noch ungeklärten Gründen ausgesetzt, sagte Ostapenko. Daraufhin habe die Rakete an Höhe verloren und sei verglüht. Die Mission hatte nach russischen Angaben insgesamt 150 Millionen Euro gekostet.

Russland hatte zuletzt angekündigt, die Zusammenarbeit mit westlichen Staaten an der ISS 2020 zu beenden. Experten betonen aber, dass die Raumfahrtnation technisch auf Kooperation angewiesen sei. So forscht Roskosmos seit Jahren an einem Ersatz für die pannenanfällige Proton, die seit 1965 betrieben wird. Sie gilt als leistungsfähige und preiswerte Alternative zur europäischen Lastenrakete Ariane.

dpa

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