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Bei dem Unglück starben mindestens 49 Kinder

Bus überfährt Bahnübergang

Zug rammt Bus: 49 Kinder sterben

Kairo - Tragisches Ende einer Busfahrt: Mindestens 49 Kindergartenkinder sind am Samstag gestorben, als ein Zug im Süden Ägyptens ihren Bus rammte.

Auf dem Weg zum Kindergarten sind in Ägypten mindestens 49 Kinder ums Leben gekommen, als ein Zug ihren Bus rammte. Aus Sicherheitskreisen verlautete, nach dem Unglück vom Samstag seien weitere Kinder in Krankenhäuser gebracht worden. Einige hätten bei dem Unfall Gliedmaßen verloren. Die Opfer waren zwischen vier und sechs Jahre alt. Der ägyptische Verkehrsminister trat zurück.

Der Bus war mit mehr als 50 Kindern unterwegs, als er im Süden des Landes in der Provinz Assiut einen Bahnübergang passierte. Die Schranken seien offenbar nicht geschlossen gewesen, sagte ein Gewährsmann bei den Sicherheitskräften, der seinen Namen nicht nennen wollte. Ein Augenzeuge erklärte, der Zug habe den Bus fast einen Kilometer weiter über die Schienen geschoben.

Ein Reporter der AP berichtete, viele Überreste seien nicht zu identifizieren. Eltern von Vermissten suchten nach Hinweisen auf ihre Kinder. Entlang der Strecke lagen Bücher, Schultaschen und Kleidungsstücke verstreut. „Nur Gott kann helfen“, rief ein Mann, der ein Körperteil aufhob.

Präsident Mursi ordnet Untersuchung an

Verkehrsminister Mohammed el Meteeni erklärte wegen des Unglücks seinen Rücktritt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur MENA. Präsident Mohammed Mursi sagte in einer kurzen Fernsehansprache, er habe eine Untersuchung angeordnet. „Die Verantwortlichen für diesen Unfall werden zur Rechenschaft gezogen“, versprach er. Einige Aktivisten wollten sich damit nicht zufriedengeben. Die Gleichgültigkeit der Regierung gegenüber den Bürgern sei nicht länger hinzunehmen. Mursi müsse daher persönliche Konsequenzen ziehen, forderte die Gruppe 6. April in einer Stellungnahme.

Im ägyptischen Bahnverkehr kommt es häufig zu Unglücken, die auf schlechte Ausrüstung und fehlerhaftes Management zurückgeführt werden. Mursis Vorgänger Husni Mubarak wählte ranghohe Beamte nicht nach ihren Fähigkeiten, sondern nach ihrer Loyalität aus. Hinzu kam die weitverbreitete Korruption, die bis heute die finanzielle Ausstattung der Regierungsverwaltung hemmt. Das bisher schwerste Unglück ereignete sich im Februar 2002, als ein Zug in Brand geriet und 363 Menschen getötet wurden.

Nicht genügend Rettungswagen

Bewohner der Provinz Assiut kritisierten, nach dem Unglück habe es nicht genügend Rettungswagen in der Region gegeben und diese seien auch noch mangelhaft ausgestattet. Ein Dorfbewohner, Scheik Mohammed Hassan, sagte, die Regierung solle sich stärker auf Probleme im eigenen Land konzentrieren statt auf die Gewalt im benachbarten Gazastreifen. „Das Blut der Menschen in Assiut ist wichtiger als Gaza“, sagte er.

dapd

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