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Mit ihrem Werbespot wollte Coca Cola alles richtig machen - und löste einen Shitstorm aus.

Rassistische Kommentare

Super Bowl: Shitstorm nach Cola-Werbespot

New Jersey - Coca Cola wollte in seinem Super-Bowl-Werbespot alle ansprechen: Mit dem mehrsprachigen Video "America Is Beautiful" samt passendem Hashtag. Doch das ging nach hinten los.

Eigentlich ist Cola ein Getränk, mit dem sich jeder identifizieren kann. Das weiß auch der Produzent Coca Cola und hatte selbst das passende Hashtag "#AmericaIsBeautiful" für seinen Super-Bowl-Werbespot bereitstellen wollen, um ihn im Internet zu verbreiten. Doch es kam anders: Nach der Ausstrahlung der Halbzeit-Werbung brach ein Shitstorm aus rassistisch aufgeladenen Kommentaren gegen den Clip los.

Dabei hatte der Kaltgetränke-Riese mit der "Diversity" (Vielfalt der vertretenen Personengruppen, die die Vielfalt in der Gesellschaft abbilden soll; Anmerkung der Redaktion) in seinem Werbefilm alles richtig machen wollen: Vor Panorama-Bildern der USA singen Kinderstimmen "America The Beautiful" in sieben Sprachen - eine Hymne des US-amerikanischen Patriotismus. 

Stattdessen laufen Amerikas Patrioten nun Sturm gegen diese universale Interpretation - und ihre häufig mit dem Tag "#fuckcoke" versehenen Kommentare haben stark rassistische Untertöne. "Diese Cola-Werbung war bescheuert. Mexikaner, Terroristen, Juden und Neger sind keine 'Amerikaner'", urteilt die ihrem Profilbild nach sehr junge Twitter-Userin tristin, die ihren Account inzwischen gelöscht hat. "Schön zu sehen, dass Cola gerne AMERIKANISCHE Lieder in der Sprache der Terroristen singt. Da geht's los, Cola. Ihr könnt Amerika verlassen", hetzt Tyler W.

"#fuckcoke" - Sturmflut rassistischer Kommentare im Netz

Nur zwei von vielen Kommentaren, die andere Sprachen oder Herkunftsländer mit Terrorismus gleichsetzen. Doch selbst die "gemäßigteren" Äußerungen bestehen darauf, dass man "America The Beautiful" nicht anders als auf Englisch singen darf. Wobei Wortwahl und Rechtschreibung offenbar egal sind: "#fuckcoke Das ist Amerika und die USA-Sprache ist Englisch... nicht dieser ganze ausländische Sch***", poltert A n dy T.

Wer sich um Stil bemüht, scheitert meist kläglich: "Ich respektiere eure Idee verdammt noch mal stark, aber singt 'Gott Segne Amerika' nicht in irgendeiner anderen Sprache als Englisch", so James T.M., der offenbar nicht einmal verstanden hat, welches Lied da "auf Ausländisch" gesungen wurde. "Cola du bis' in Amerika wo wir Amerikanisch sprechen", erklärt Max C.

Mancher leitet seinen Kommentar direkt mit "Ich bin ja kein Rassist, aber..." ein und beweist im Folgenden das Gegenteil. Andere geben voll passiver Aggression an, künftig keine Cola mehr zu kaufen oder den Rest ihres Getränks soeben wutentbrannt von sich geschleudert zu haben.

Schönes Amerika: Statt vieler Stimmen nun ein schwules Paar

Und Cola selbst? Wie das deutschsprachige Portal horizont.net berichtet, hatte Cola den Spot mit dem inzwischen gelöschten Tweet "Das einzige, das noch schöner ist als dieses Land, sind die Menschen, die darin leben" begleitet. "Die Diversität feiern, die dieses Land großartig macht", hatte Katie Bayne, die Präsidentin der Coca-Cola North America Group, das Konzept von "It's Beautiful" beschrieben: "Wir hoffen, dass die Werbung Leute ins Gespräch und zum Nachdenken darüber bringt, was es bedeutet, stolzer Amerikaner zu sein."

Ein Homo-Paar setzt die "America Is Beautiful"-Kampagne nun fort.

Ob auf den Shitstorm wirklich eine Debatte über den Unterschied zwischen Patriotismus und Rassismus folgt oder nicht: Verkaufszahlen und Beliebtheit von Coca Cola dürften im Heimland USA auch ohne große Imagekorrekturen unverbrüchlich sein. Seiner Kampagne "America Is Beautiful" hat der Konzern indes eine kleine Wende verpasst: Statt mehrsprachiger Sängerinnen symbolisiert nun ein schwules Paar mit Tochter Amerikas Diversität - ein Ball, den ihm die Frühstückscerealien-Marke "Cheerios" zugespielt hatte.

est

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