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Vier Männer wurden wegen eines Raubüberfalls auf einen Rentner zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Raubüberfall auf Rentner - Mehrere Jahre Knast

Stade - Im Prozess um den Raubüberfall auf einen Rentner im hat das Landgericht Stade am Mittwoch mehrjährige Haftstrafen verhängt. Dem Rentner droht ebenfalls eine Anklage.

Wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verurteilte die 13. Große Strafkammer vier Männer im Alter zwischen 23 und 25 Jahren zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb Jahren sowie vier Jahren und drei Monaten.

Außerdem ordneten die Richter für drei drogenabhängige Angeklagte die Einweisung in eine Entziehungsklinik an. Eine 21-jährige Frau wurde wegen Anstiftung zur räuberischen Erpressung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss sie eine Geldbuße von 2.000 Euro zahlen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die insgesamt fünf Männer am 13. Dezember vergangenen Jahres einen 77 Jahre alten Mann auf seinem Grundstück überfielen. Sie zerrten ihn ins Haus und zwangen ihn zur Herausgabe von mehreren hundert Euro Bargeld und Schmuck.

Als die Alarmanlage ausgelöst wurde, flüchteten die maskierten Räuber. Daraufhin gab der Rentner mit seiner Neun-Millimeter-Pistole vier Schüsse auf die Flüchtenden ab. Ein 16-jähriger Mittäter wurde tödlich getroffen.

Gegen den Rentner läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft ging bisher von Notwehr aus, wollte das Verfahren aber erst nach Vorliegen des Urteils gegen die Täter abschließen.

Opfer in Nachtklub kennengelernt

Alle Angeklagten hatten die Tat gestanden. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hatte die 21-jährige Frau den Rentner durch eine Freundin kennengelernt, die diesen aus einem Nachtklub kannte. Von ihrer Freundin habe sie erfahren, dass der Rentner vermögend sei. Einem der Angeklagten habe sie das Haus des Rentners gezeigt. Mit den anderen Komplizen sei das Anwesen dann ausgekundschaftet worden.

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters steht nicht eindeutig fest, ob die Täter eine Softair-Pistole benutzt und diese dem Opfer an die Schläfe gehalten hätten. Gleichwohl warf er den Tätern hohe kriminelle Energie bei einschlägigen Vorstrafen vor. Sie hätten den Rentner überfallen, obwohl sie sein Alter gekannt und gewusst hätten, dass er gerade am Knie operiert worden war.

Alle Angeklagten entschuldigten sich bei dem Opfer und bekannten, dass der Tod des 16 Jahre alten Freundes ihnen schwer zu schaffen mache. Moralisch gesehen seien die Täter für den Tod verantwortlich und nicht der Rentner, sagte der Vorsitzende Richter.

dapd

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